Nur zwei Gegenstimmen
Jugendblaskapelle Neukirchen-Balbini löst sich auf – Zukunft des Gebäudes ist offen

19.03.2024 | Stand 19.03.2024, 11:00 Uhr
Ralf Gohlke

Sie bedauern das Ende: Bürgermeister Markus Dauch (Mitte) sowie Robert Reisinger und Stefan Roith (v. l.).Von den Mitgliedern wurden Reisinger und Roith als Liquidatoren gewählt. Foto: Ralf Gohlke

Wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht, ist die Jugendblaskapelle Neukirchen-Balbini nach 33Jahren Geschichte. Denn von den 25 anwesenden Mitgliedern stimmten am Sonntag 23 für die Auflösung des Vereins.

Eigentlich hätte der Schritt schon in der Jahreshauptversammlung im Februar vollzogen werden sollen. Das scheiterte allerdings an den Regularien, die in der Satzung festgelegt sind. Demnach hätten zwei Drittel aller Mitglieder anwesend sein und der Auflösung zustimmen müssen – das war nicht der Fall.

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Bei der Versammlung am Sonntag im Gasthof zur Post, war nun die Auflösung der einzige Punkt der Tagesordnung. Der Vorsitzende Robert Reisinger zitierte noch einmal den Satzungstext, wonach nun die einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder zur Auflösung ausreichen würde.

Große Mehrheit stimmt für das Ende der Jugendblaskapelle

„Eigentlich gibt es auch nichts mehr zu bereden“, sagte er und stellte noch fest, dass das Vereinsvermögen dem Markt Neukirchen-Balbini zufalle. Die Fördergelder der Feuerwehren würden zudem an diese zurückerstattet. Der Markt dürfe das Vereinsvermögen ausschließlich für soziale Zwecke verwenden.

Die Auflösung könnte bloß noch abgewendet werden, wenn sich in dieser Versammlung jemand bereit erklären würde, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen. Reisinger gab allerdings zu bedenken, dass der dann auch dafür Sorge tragen müsse, den Verein mit Leben zu erfüllen. Aber das wäre, so der Vorsitzende, angesichts des Zustandes eher Theorie.

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So wurde die Abstimmung in Angriff genommen, nachdem sich 25 Wahlberechtigte auf der Anwesenheitsliste eingetragen hatten. Das Ergebnis war eindeutig. 23 Mitglieder stimmten für, nur zwei gegen die Auflösung. „Damit ist der Verein aufgelöst“, wie Reisinger feststellte.

Notwendig wurde aber dennoch eine weitere Wahl. Der Grund: Die Mitglieder mussten aus ihren Reihen zwei sogenannte Liquidatoren bestimmen, die nun die Auflösung notariell und beim Registergericht vorantreiben werden. Das könne bis zu einem Jahr dauern, hieß es. Bis dahin bestehe immer noch die Möglichkeit, den Beschluss zu revidieren.

Die Wahl fiel schließlich – mit dem gleichen Ergebnis wie zuvor – auf Robert Reisinger und Stefan Roith, die sich der Aufgabe stellen werden. In einem kurzen Statement stellte Bürgermeister Markus Dauch fest, das Ganze bedeute eine Zäsur in der Geschichte des Marktes. Es sei traurig.

Noch keine Vorschläge für die Nachnutzung

Er bedauerte die Auflösung auch deshalb, weil der Markt 1994 einige Mittel in die Hand genommen habe, um das ehemalige Feuerwehrhaus zu einem „Musikerheim“ umzubauen. Nun werde sich der Marktrat über eine neue Nutzung Gedanken machen müssen. Derzeit gäbe es aber noch keine Vorschläge.

Letztendlich, so der Bürgermeister, sei das gesamte Projekt „Jugendblaskapelle“ wohl mir dem Weggang des Dirigenten Stanislav Jäger gestorben. Für einen Neustart könne nur ein Dirigent sorgen – ein Vorstand allein wäre dazu nicht in der Lage. „Schauen wir mal, wie es ausgeht“, sagte Dauch. An die Musiker, die mit vereinseigenen Instrumenten ausgestattet waren, erging noch der Hinweis, dass ihnen diese kostengünstig zum Erwerb angeboten werden sollen.