Verluste verarbeiten
Kinder lernten beim Letzte-Hilfe-Kurs in der Stadtkirche Burglengenfeld, mit Trauer umzugehen

05.12.2023 | Stand 05.12.2023, 16:43 Uhr

In der Stadtkirche Burglengenfeld wurde spielerisch vermittelt, wie Kummer ausgedrückt werden kann. Foto: Friedrich Gluth

Es ist weit mehr als nur ein „unangenehmes Thema“. Vielmehr ist es zumeist ein regelrechtes Tabu, mit Kindern über den Tod zu sprechen. Dabei gehört dieses Thema zur Lebenswelt eines jeden Menschen. Wie soll man mit Kindern umgehen, wenn ein lieber Verwandter im Sterben liegt oder ein Freund plötzlich tot ist?

Gemeinsam mit der Hospizinitiative Schwandorf organisierte Gemeindereferentin Bernadette Biller von der Stadtkirche Burglengenfeld einen sogenannten Letzte-Hilfe-Kurs für Kinder. „Wir wollen Kindern helfen, um einen lieben Menschen trauern zu können“, erklärte sie, „denn gelungene Trauer hilft, den Verlust zu verarbeiten, ohne, dass langfristige Traumata entstehen.“ So trafen sich zehn Kinder aus Burglengenfeld und Umgebung im Pastoralzentrum St. Josef, um gemeinsam einen Nachmittag zu gestalten.

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„Wir versuchen den Kindern altersspezifische Methoden an die Hand geben, wie sie ihre Trauer ausdrücken und damit umgehen können“, betonte Religionspädagogin Biller. Jede Trauer ist individuell und braucht einen geschützten Rahmen, der den Kindern beim „Letzte Hilfe Kurs“ gegeben werden sollte. Auch der Burglengenfelder Pfarrer Michael Hirmer muss sich regelmäßig mit trauernden Kindern beschäftigen. „Ich mache leider oft die Erfahrung, dass Eltern ihre Kinder von der Trauer ausschließen“, bedauerte Hirmer, der auch leitender Notfallseelsorger für den Landkreis ist, „dabei wäre es für Kinder so wichtig, um einen lieben Menschen trauern zu können, beispielsweise bei der Beerdigung oder einer Abschiedsfeier.“

Unsicherheit und die Angst der Eltern



Oft sei die eigene Unsicherheit und die Angst der Eltern der Grund dafür, das Kind vor der leidvollen Erfahrung des Todes bewahren zu wollen. „Kinder spüren jedoch intuitiv, dass etwas anders ist, dass jemand fehlt und dass die Eltern trauern. Versuche, dies gegenüber den Kindern verheimlichen oder zu verharmlosen, sind im Hinblick auf deren Trauer eher kontraproduktiv“, so Hirmer. Der „Letzte Hilfe Kurs“ in Burglengenfeld wurde von den zehn Kursteilnehmern als „echt schön“ bezeichnet. Auch die Eltern waren von der Idee, dem Konzept und der Umsetzung angetan.