Zweckverband Nord-Ost-Gruppe
Millionen-Investition: Wasserleitung von Erzhäuser nach Neunburg wird erneuert

03.12.2023 | Stand 03.12.2023, 17:00 Uhr

Der Zweckverband kann Wasser in Top-Qualität liefern. Nichtsdestotrotz ist er immer wieder zu größeren Investitionen gezwungen. Symbolbild: dpa, Roland Weihrauch

Die Finanzen standen am Samstag im Mittelpunkt bei der Versammlung der Mitglieder des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe. Thema war unter anderem der Wirtschaftsplan für 2024. Er sieht Ausgaben von 2,622 Millionen Euro vor. Den größten Posten bildet die Erneuerung der Hauptleitung von Erzhäuser nach Neunburg.

Nach Bekanntgabe des Jahresabschlusses 2022 in Höhe von 13 719 028 Euro in den Aktiva und Passiva berichtete Martin Prey als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses über das Ergebnis der örtlichen Prüfung. Stellvertretender Vorsitzender Maximilian Beer übernahm die Abstimmung zur Entlastung des Vorstands und der Geschäftsführung, die einstimmig erfolgte.

Wegen der befürchteten Steigerungen bei den Stromkosten hatte der Zweckverband im Vorjahr die Beiträge neu kalkuliert. Jetzt erfolgte eine Neukalkulation für die nächsten zwei Jahre (2024/2025). Im Ergebnis gab es bei den Beiträgen eine eher geringfügige Anpassung, die sich nur bei Neuanschlüssen auswirkt.

Keine Betriebskostenumlage nötig

Der Betrag für den Quadratmeter Geschossfläche wurde um 60 Cent auf 11,60 Euro angehoben. Bei der Grundstücksfläche waren es zehn Cent auf 1,20 Euro je Quadratmeter. Eine Betriebskostenumlage wurde nicht erforderlich. „Das wird die Mitglieder freuen“, so der Vorsitzende.

Vor der Beschlussfassung zum Wirtschaftsplan 2024 informierte Zeiser über anstehende Investitionen mit einem Volumen von rund 1,9 Millionen Euro. Neben den Abschlussarbeiten am Hochbehälter Pissau bilde der Bau der Hauptleitung von Erzhäuser nach Neunburg, der „Hauptschlagader“ der Wasserversorgung, den Schwerpunkt. Geplant seien ferner die Erschließung des Baugebiets Kalvarienberg in Schwarzhofen und eine Sanierung der Leitungen „in der Rahm“ in Neunburg.

Zur geplanten Kreditaufnahme in Höhe von einer Million Euro holte der Vorsitzende etwas weiter aus. Grund dafür sei, dass zugesagte Fördergelder vom Freistaat möglicherweise über zwei oder drei Jahre vorfinanziert werden müssten. Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung Wasserwirtschaftlicher Vorhaben, kurz RZWas, seien im Vorjahr 100 Millionen Euro im bayerischen Haushalt vorgesehen gewesen. Tatsächlich seien 250 Millionen beantragt worden. Der Stau werde sich fortsetzen, da auch für 2024 kein höherer Ansatz zu erwarten sei.

„Bei den großen Distanzen und der relativ dünnen Besiedelung können wir nicht alles über Gebühren finanzieren“, betonte er. Allein für Pissau stünden derzeit rund 800000 Euro an Förderzuweisungen aus. Die Vorfinanzierung sei dann mit drei bis 3,3 Prozent zu verzinsen.

Wenn er in 30 Jahren seiner Tätigkeit etwas gelernt habe, sei es „der schlechteste Weg, einfach fünf Jahre nichts zu machen“. Dies wirke sich jetzt zum Teil bei benachbarten Zweckverbänden aus und träfe die Verbraucher.

Die eigene Anlage sei mittlerweile auf modernstem Stand. Das biete den Vorteil, sich in den kommenden Jahren auf die Sanierung des Netzes konzentrieren zu können.

Lob für Energiemanagement

In dem Zusammenhang erwähnt wurde die Rezertifizierung des Zweckverbands in Sachen Energiemanagement. Der war als einziger in der Oberpfalz in das EFRE-Förderprogramm aufgenommen worden. Die Anerkennung erfolgt unter anderem durch den Bau einer Photovoltaikanlage anstelle des alten Wasserwerks in Erzhäuser. Bereits in vier Jahren werde sich die Anlage durch die Nutzung des Eigenstroms für die Wasseraufbereitung amortisiert haben, heißt es. Am Ende bedankte sich Zeiser für die konstruktive Zusammenarbeit. Maximilian Beer würdigte die Arbeit des Vorsitzenden, des Geschäftsführers Werner Schärtl und der Beschäftigten.