AELF stellt neue Methode vor
Mit Obsalim zum optimalen Futter: Schwandorfer Landwirte sammeln erste Erfahrungen

07.12.2023 | Stand 07.12.2023, 19:00 Uhr

Andreas Striezel, Tierarzt und Lehrbeauftragter an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, wertete zusammen mit den Teilnehmern Ergebnisse aus. Foto: Armin Hofbauer

Obsalim – es klingt wie eine Zauberformel und steht für Observations alimentaires – zu Deutsch: Fütterungsbeobachtung. Mit der neuen Methode sollen Landwirte ihre Herde genauer beobachten und besser erkennen können, wo der Schuh drückt.

Die Landwirte, die in Schwarzach bei Nabburg auf Einladung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf und des Netzwerks „Fokus Tierwohl“ zusammengekommen waren, versprechen sich von dieser Beobachtungsmethode Obsalim tatsächlich ein bisschen „Zauber“, wie es in einer Pressemitteilung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf heißt. Bisher sind aufwendige und kostspielige Laboranalysen das Mittel der Wahl, wenn Landwirte ihre Tiere bedarfsgerecht füttern möchten. Andreas Striezel, Tierarzt und Lehrbeauftragter an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, stellte ihnen diese alternative Methode vor.

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Das wichtigste Hilfsmittel dabei: Spielkarten. Nachdem Striezel am Vormittag den Landwirten eine theoretische Einführung in „Obsalim“ gegeben hatte, ließ er sie im Stall erst einmal eigene Erfahrungen machen. Die Tierhalter wurden in Gruppen eingeteilt und erhielten pro Gruppe ein Kartendeck. „Obsalim ist so etwas wie ein Kartenspiel, ein Quartett für Landwirte“, bringt es Herbert Wendl vom AELF Regensburg-Schwandorf auf den Punkt. Es sind insgesamt 60 Karten. Jede beschreibt ein bestimmtes Symptom.

Symptome in der Kuhherde genau beobachten



Die Kursteilnehmer haben nun die Aufgabe, die Kühe zu beobachten und bei Symptomen die entsprechende Karte herauszusuchen. Zu beachten gibt es nur eins: Mindestens zwei Drittel der Tiere müssen die Symptome aufweisen, damit sie gewertet werden können. Bei Obsalim geht es darum, die Fütterung der gesamten Herde zu steuern. Auf jeder Karte steht unten eine Zahlenreihe mit Plus und Minus. Sie stehen für Energie, Eiweiß, Fasern des Futters sowie die Pansenstabilität. „Am Ende geht es darum, den Pansen zu stabilisieren“, erklärte Andreas Striezel.

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Er ging im Stall in Schwarzach unter die Kühe. Mit dabei hatte er sein Geschirr: einen Löffel, ein feines Sieb und das, was sie in Schwaben liebevoll Spätzlipresse nennen. Striezel entnahm Kotproben aus insgesamt zwölf Kuhfladen und wusch sie mit Hilfe des Siebs, sodass nur noch die festen Bestandteile übrigblieben. Die kamen in die Presse und wurden zusammengedrückt. Striezel begutachtete das Ergebnis gemeinsam mit den Landwirten: Der Presskuchen war etwa 24Millimeter dick. Das zeige, dass die Kühe das meiste Futter gut verdauen. Allerdings fanden sich noch etliche Maiskörner in der Probe. Ein Hinweis, dass die Kühe noch nicht alles aus dem Futter herausholen, was möglich wäre.

Weitere Veranstaltungen zum Thema geplant



Gemeinsam mit den Kursteilnehmern wertete Striezel die Symptome aus. Dass das einige Übung erfordert, wurde schnell klar. „Es ist einfach schwierig zu unterscheiden, was ist ein Einzelsymptom und was betrifft die ganze Herde“, erklärt Wendl vom AELF, der selbst zum ersten Mal an einem Obsalim-Kurs teilnahm. Er möchte dieses Thema mit den Landwirten in weiteren Veranstaltungen vertiefen.