Konzertbesucher spendeten rund 1000 Euro
Passionssingen mit dem Vokalensemble Hubert Velten am Karfreitag in der Pfarrkirche Nittenau

02.04.2024 | Stand 02.04.2024, 19:00 Uhr

Seit 2010 leitet Pfarrer Holger Kruschina das Ensemble. Foto: Sarah Mathejtzyk

Rund 400 Zuhörer kamen zum Passionssingen am Karfreitag in Nittenau. Auch in seiner neuen Heimat setzt Pfarrer Holger Kruschina damit die langjährige Tradition des Vokalensembles Hubert Velten fort, das er seit 2010 leitet.

Es war mehr Andacht als Konzert, so vermittelte es auch das ausgeteilte Programm, das mit „Im Namen des Vaters…“ anhob, heißt es in der Mitteilung der Pfarrei. Verstärkt wurde der 1991 gegründete Männerchor aus ehemaligen Regensburger Domspatzen an diesem besonderen Abend durch die fünfköpfige Further Saitn-Musi. Deren Nestor, Herbert Wirrer, pflegt seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Musik-Formationen die Tradition hochwertiger und echter Volksmusik. Er selbst spielte diesmal die Kontragitarre und bildete zusammen mit Gerhard Lehminger am Kontrabass das Fundament für drei Geigen, die Oliver Hien, Anka Moosmüller und Steffi Tischner vortrefflich spielten, so die Information der Pfarrei.

Mit verschiedenen Passionsmusiken gestalteten sie abwechselnd mit dem Ensemble den ersten Teil. Der Chor hatte sich passend sieben Lieder aus dem Volkstum ausgesucht, darunter ein „Pilatuslied“ und „Das Lied des Engels bei der Geißelung“. Es gelang den Sängern dabei, den Charakter der „Viergsangln“ ohne Verkünstelung beizubehalten. In die Mitte der Musik stellte Pfarrer Kruschina die Lesung einer Geschichte von Gertrud Fussenegger, die die Darstellung der Leiden des Herrn mit den Erfahrungen der Menschen parallel setzte.

Im zweiten Teil griff das Ensemble dann auf sein Kernrepertoire zurück und bot mit klassischen Passionsmotetten unter anderem aus der Feder Palestrinas eine ganz eigene Gelegenheit zur Betrachtung. Dabei zeigte sich, dass qualitätvolle Musik aus allen Genres das Miteinander an einem Abend nicht scheuen muss, so der Konzertbericht der Pfarrei. Es sei für jeden etwas dabei gewesen, auch für diejenigen, die sich vielleicht von den ehemaligen Domspatzen zunächst ein anderes Programm erwartet hätten. Vielmehr sei das Gemeinsame der Musik deutlich geworden.

Beschlossen wurde die gute Stunde denn auch mit Mozarts „Ave verum“ und einem instrumentalen „Tantum ergo“ der Saitn-Musi. Weniger als Zugaben, sondern als abschließendes Gebet verstand man so auch Bachs „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ und den Gospel „Were you there when they crucified my Lord“.

Neben Anerkennung in Form von reichlich Applaus spendeten die Zuhörer dann auch rund 1000 Euro für die Kirchenkasse, aus der demnächst die Renovierung der alten Pfarrkirche finanziert werden muss.