Auch Provinz ist vielfältig
Queere Gemeinschaft feiert am 15. Juni in Schwandorf den Christopher-Street-Day

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 16:27 Uhr

So wie in vielen anderen Städten in Deutschland – wie hier in Berlin – soll es auch beim CSD in Schwandorf einen Demozug durch die Stadt geben. Symbolbild: Fabian Sommer, dpa

Das Motto der Christopher-Street-Days (CSD) in Amberg, Schwandorf und Cham lautet „Grundrechte sind nicht verhandelbar – Bayern ist auch in der Provinz vielfältig“. Mit dem Motto geht eine Positionierung der bayerischen CSDs gegen Rechtsextremismus einher.

In Schwandorf findet der CSD laut den Veranstaltern am 15.Juni statt. Er startet um 14Uhr am unteren Marktplatz mit einem Demozug durch die Altstadt. Dabei wird der Zug die folgende Route nehmen: Marktplatz – Nürnberger Straße – Naabuferstraße – Ettmannsdorfer Straße – Bahnhofplatz – Bahnhofstraße – Friedrich-Ebert-Straße – Marktplatz.

Nach der Rückkehr zum Marktpatz startet um 15Uhr das CSD-Finale mit Podiumsdiskussion, Reden, Beiträgen, einem offenen Mikrofon sowie Musik. Bei der Podiumsdiskussion werden Vertreter verschiedener Parteien Fragen zu queeren Themen, parteiinterne Repräsentation queerer Personen und aktuelle Geschehnissen – zum Beispiel Verbot gendersensibler Sprache an Schulen, Hochschulen und Behörden – beantworten und für Fragen von CSD-Teilnehmern offen sein.

Auf Queerfeindlichkeit aufmerksam machen



Mit dem Motto möchten die Veranstalter auf internationale Queerfeindlichkeit, zum Beispiel die Einstufung der LGBTQ+ Bewegung als extremistisch in Russland, europäische Queerfeindlichkeit unter anderem in Ungarn und deutsche beziehungsweise bayerische Queerfeindlichkeit – beispielsweise ungenügendes Konversionstherapieverbot, Misstrauen gegenüber trans-, inter- und nicht-binärer Personen im neuen Selbstbestimmungsgesetz, queerfeindliche Sprachverbote durch die bayerische Landesregierung – aufmerksam machen.

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Ein weiterer Fokus liegt auf der Geschichte von queeren Personen in der Nazi-Zeit, die beleuchtet werden soll. Im frühen 20. Jahrhundert hat beispielsweise Magnus Hirschfeld in der Sexualwissenschaft und in der frühen Forschung zu Intergeschlechtlichkeit publiziert und auch ein Institut in Berlin eröffnet.

Nazis verbrannten Bücher und schlossen Institut



Dieses Institut wurde durch das Nazi-Regime nach der Machtergreifung geschlossen und alle Bücher verbrannt. Dabei nicht zu vergessen sei die aktuelle Gefahr durch Rechtsextremismus – unter anderem pöbelnde Person mit Hakenkreuztattoo in Schwandorf – gegenüber queeren Personen, aber auch Menschen mit Beeinträchtigungen, Migranten und vielen weiteren Bevölkerungsgruppen.

Weitere Informationen können auf den Social-Media-Kanälen und auf den Webseiten gefunden werden: csd-amberg.de, csd-schwandorf.de und csd-cham.de.