Verkehrsrowdys
Rollerfahrer flüchten in Schwandorf vor Polizei – und fahren Beamten um

04.03.2024 | Stand 04.03.2024, 8:58 Uhr

In Schwandorf flüchteten Rollerfahrer vor der Polizei und fuhren einen Beamten um. − Foto: Polizei

In Schwandorf flüchteten mehrere Rollerfahrer am Sonntag vor der Polizei und fuhren dabei einen Beamten um. Einer der jugendlichen Täter muss nun mit mehreren Anzeigen rechnen - unter anderem wegen Körperverletzung.



Am Sonntag, gegen 15.30 Uhr, bemerkte eine Streife der Polizei in Schwandorf in der Industriestraße zwei Roller, die kein gültiges Versicherungskennzeichen trugen. Daher entschloss sich die Streife, die beidne Roller anzuhalten. Beide Rollerfahrer flüchteten aber sofort, teilt die Polizei mit.

Die Rollerfahrer beachteten keinerlei Anhaltesignale und missachteten sämtliche Verkehrsregeln – unter anderem rote Ampeln. Einer der Rollerfahrer entkam der Polizei. Dem anderen Gefährt, das mit zwei Personen besetzt war, konnte die Streife folgen.

Flüchtige kurzzeitig verloren



In der Rothlindenstraße schließlich fuhr der Roller in eine Wohnanlage ein. Dort verloren die Beamten den Flüchtigen zunächst aus dem Auge, bevor er wiederum eine Polizeibeamtin, die mittlerweile zu Fuß unterwegs war, kreuzte. Sie gab Anhaltezeichen, der Fahrer fuhr aber weiter. Kurz darauf stellte sich ein anderer Polizist (19) den Flüchtenden in den Weg. Auf diesen fuhr der Rollerfahrer laut Polizeiangaben geradewegs zu und rammte ihn.

Der Beamte wurde gegen einen Metallzaun geschleudert, der Rollerfahrer stürzte, setzte aber seine Flucht zu Fuß fort. Wenig später konnte er aber von einem dritten Beamten gestellt werden.

K

eine Versicherung, kein Führerschein



Bei den anschließenden Ermittlungen stellte sich heraus, dass neben der fehlenden Versicherung der Roller auch noch manipuliert war und der 15-jährige Fahrer deshalb eine Fahrerlaubnis benötigt hätte. Der Roller wurde zur Erstellung eines Gutachtens sichergestellt.

Der Beamte trug durch den Unfall erhebliche Schürfwunden und offene Verletzungen an mehreren Körperteilen davon und war nicht mehr dienstfähig. Der 15-jährige Sozius wurde nicht verletzt.

Die Fahrer muss sich nun wegen Gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs, Gefährlicher Körperverletzung, Tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Unerlaubtes Entfernen vom Unfall, Fahren ohne Fahrerlaubnis, einem Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und mehrerer Ordnungswidrigkeiten straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften, teilt die Polizei mit.

Polizei sucht Zeugen



Die Sachbearbeitung hat die Autobahnpolizeistation Schwandorf übernommen und bittet Verkehrsteilnehmer, die bei der Flucht gefährdert wurden sowie Zeugen, sich unter der Telefonnummer 09431/4301821 zu melden.

− nb