Puppenstuben und Kaufläden
Schwandorfer Stadtmuseum bietet ab 10. Dezember eine Ausstellung mit Nostalgie-Faktor

05.12.2023 | Stand 05.12.2023, 17:00 Uhr

Beim Einrichten der Vitrinen achtet Museumsmitarbeiter Simon Steiner auf jedes Detail. Foto: Andrea Liebl

„Puppenstuben, Kaufläden & Mehr: Ein-Blick in Privatsammlung und Museumsdepot“ lautet der Titel der neuen Ausstellung im Schwandorfer Stadtmuseum betitelt, die vom 10. Dezember bis 17. März zu sehen ist.

Wie das Stadtmuseum mitteilte, ist Spielzeug seit langer Zeit bei vielen kulturgeschichtlich interessierten Antiquitäten-Sammlern ein großes Thema. Als dritte und vorerst letzte der Sonderausstellungen, die seit gut einem Jahr unterschiedliche Spielzeugsammlungen aus der Oberpfalz im Stadtmuseum Schwandorf zeigen, widmet sich die Winterausstellung 2023/24 nun dem Thema „Puppenstuben, Kaufläden & Mehr“.

Die besonderen Sammlerstücke, welche wunderschöne Details der realen, historischen Lebens- und Konsumwelten in Miniatur zeigen, stammen dabei aus hochwertigen Privatsammlungen. Passionierten Sammlern, die Einblicke in ihre mit Sachverstand mit Ausdauer über lange Jahre hinweg zusammengetragenen und erworbenen Kollektionen erlauben, ist es zu verdanken, dass in Museen immer wieder neue kulturgeschichtliche Themen präsentiert werden können – illustriert und ausgestattet mit anschaulichen, oftmals seltenen Sammel-Exponaten.

Einblicke in Privatsammlungen und Depots



Ebenso werden in den Depots der Museen viele Schätze aufbewahrt, deren Präsentation in thematischen Sonderausstellungen sich mehr als lohnt. Diese sind daher immer wieder eine gute Gelegenheit, Einblicke in Privatsammlungen, aber auch in Museumsdepots zu gewähren.

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Die ältesten Puppenhäuser dürften bereits aus dem 18. Jahrhundert stammen. Der Kaufladen war ursprünglich, wie die Puppenküche, in das Puppenhaus des 16. bis 18. Jahrhunderts integriert. Wie diese diente er ab dem 19. Jahrhundert dem Lernen durch Spielen. Jedoch waren die kleinen Lädchen nicht nur den Mädchen zugedacht, so wie das heute meistens der Fall ist, sondern vorwiegend den Buben. Und diese Miniaturläden sind mindestens so aufwendig und vielseitig ausgestattet wie die kleinen Küchen oder Puppenhäuser: Büchsen, Säcke, Schubladen, Tüten, ja sogar Waagen können richtig in die Hand genommen werden.

Die Waren selbst sind beispielsweise aus Holz, Porzellan, Gips oder Targant – eine Masse aus Zucker, Mehl und einem aromatischen Harz – ganz den Originalen nachgebildet. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts hielten auch bei diesen Spielsachen verschiedene Kunststoffe als bevorzugtes Herstellungsmaterial Einzug.

Aufwendige Detailverliebtheit der Sammler


Oft wurden in Säckchen, Tütchen oder Kistchen verpackte, echte Gewürze, Tee, Hülsenfrüchte und andere Lebensmittel verwendet. In den Miniaturräumen findet sich somit alles, was es auch in den Originalküchen und Gemischtwarenläden der realen Welt gab. Und sie bilden sowohl hinsichtlich des Mobiliars, als auch was die verschiedensten Ausstattungsgegenstände betrifft, die jeweils vorherrschende Mode und den jeweils aktuellen Stand der Technik ab.

Es ist oftmals die aufwendige Detailverliebtheit, welche Sammler, Museumsfachleute, aber ebenso jeden Ausstellungsbesucher beim Betrachten der historischen Miniaturwelten fasziniert – nicht nur während der Weihnachtszeit.