Erste Hilfe für die Seele
Schwandorfs Dekan Michael Hirmer leitet jetzt die Notfallseelsorge für Betroffene

21.09.2023 | Stand 21.09.2023, 11:07 Uhr

Landrat Thomas Ebeling (r.) überreicht Dekan Michael Hirmer die Bestellungsurkunde zum Leiter PSNV-B. Foto: Matthias Meier

Egal ob Verkehrsunfall, Naturkatastrophe oder Großbrand: Immer dann, wenn Menschen von solchen Extremsituationen betroffen sind, bietet die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) eine wichtige Stütze für Opfer und Angehörige, um diese Belastungssituation nicht alleine durchstehen zu müssen.

Es sei deshalb von unschätzbarem Wert, wenn sich Menschen im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung engagieren und weiterbilden, wie das Schwandorfer Landratsamt mitteilt. Wichtig sei dabei auch, dass die entsprechende Organisation und eine geeignete Führungsstruktur geschaffen werden, um die PSNV-Einsätze leiten und koordinieren zu können.

Generell werde zwischen PSNV-B und PSNV-E unterschieden. Die PSNV-B richtet sich an Betroffene, also beispielsweise an Vermissende, Hinterbliebene oder Angehörige. Die Arbeit im Bereich PSNV-E zielt hingegen auf die Betreuung der Einsatzkräfte ab. Der Leiter PSNV-B, der von der Kreisverwaltungsbehörde benannt wird, verfüge über entsprechende Qualifikationen, leitet bei einem Einsatz den Bereich PSNV und führt die unterstellten Kräfte.

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Ein solcher Leiter ist nun Dekan Michael Hirmer, dem Landrat Thomas Ebeling kürzlich seine Bestellungsurkunde überreicht hat. Hirmer, der die 16 Pfarreien in der Region als Dekan vertritt, ist nun auf fünf Jahre mit Wirkung ab dem 1.August zum Leiter PSNV-B bestellt. „Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat uns gezeigt, wie wichtig die Betreuung der Betroffenen durch PSNV-Einsatzkräfte ist. Um diese Betreuung gezielt gewährleisten zu können, ist die Einbettung in eine Organisationsstruktur wichtig“, sagte Hirmer.

Landrat Ebeling bedankte sich bei Dekan Hirmer für die Übernahme der verantwortungsvollen Aufgabe. „Es ist beruhigend zu wissen, dass die PSNV im Landkreis Schwandorf sichergestellt ist. Immer dann, wenn Menschen in einem seelischen Ausnahmezustand Hilfe brauchen, sind Sie zur Stelle. Dafür danke ich Ihnen!“, so der Landrat.

Seit März 2023 gibt es im Landkreis Schwandorf auch eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) psychosoziale Notfallversorgung. Mit Hilfe dieser ARGE solle eine strukturierte Verknüpfung aller Angebotsträger und ein gewinnbringender Erfahrungsaustausch ermöglicht werden.