Ihr Wissen bleibt gefragt
Sie sind die Hüter der Grenzen: Landkreis Schwandorf würdigt Feldgeschworene

31.05.2024 | Stand 31.05.2024, 5:00 Uhr |
Max Schmid

Sie sind dankbar für die Arbeit der Ehrenamtlichen: Landrat Thomas Ebeling (l, 2. Reihe) und Vermessungsamtsleiter Christian Schmitz (l., vorne ). Foto: Max Schmid

Im Sitzungssaal des Landratsamts wurde langjährigen Feldgeschworenen gedankt – sie waren früher auch als „Sieberer“ bekannt. Landrat Thomas Ebeling zeichnete sechs Männer für ihre 25-jährige Tätigkeit und Josef Scheuerer aus Neunburg für seine 50-jährige Tätigkeit aus. Die Geehrten kamen aus den Gemeinden Pfreimd, Wernberg-Köblitz und Neunburg.

Landrat Ebeling überreichte Urkunden des Bayerischen Staatsministeriums für Finanzen und Heimat, dazu gab es einen Bildband des Landkreises Schwandorf.

Ebeling bezeichnete das Amt des Feldgeschworenen als wichtiges Amt. Seit rund 600 Jahren würden sich Bürger engagieren und damit das älteste Ehrenamt in Bayern ausüben. Feldgeschworene würden auf Lebenszeit gewählt und seien aufgrund ihrer Erfahrungen und Kenntnisse bei Bürgern und der Vermessungsverwaltung gleichermaßen geschätzt.

Trotz modernster Technik bleibt ihr Wissen bis heute gefragt



Ihr Amtseid verpflichte sie zu Gewissenhaftigkeit, Gerechtigkeit und Verschwiegenheit. Ihr Aufgabe sei es, Grenzsteine zu setzen und zu entfernen, Grenzbegehungen durchzuführen und Grundstücke abzumarken. Damit stellen sie ein wichtiges Bindeglied zwischen den Grundstückseigentümern und den Behörden dar. Das Amt des Feldgeschworenen sei über Jahrhunderte hinweg jung und lebensnah geblieben.

Trotz neuester Messverfahren und modernster Satellitentechnik sei ihr Wissen noch heute gefragt. Nicht zuletzt deshalb sei 2016 das Feldgeschworenenwesen in Bayern als traditionsbewusste Kulturform in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden, sagte Ebeling.

Christian Schmitz, Leiter des Vermessungsamts in Nabburg, bezeichnete Feldgeschworene als Mittler zwischen seiner Behörde und den Bürgern sowie als Führungskraft bei Abmarkungen. Sie seien auch Ansprechpartner für Neubürger und Auskunftsgeber für Vermessungs-Gruppenleiter im Außendienst. Der Feldgeschworene sei Hüter der Grenzen, sagte Schmitz. Er gratulierte ebenfalls und überreichte ein weiteres Buchgeschenk an die Jubilare.

Dank der Kommunen für das Engagement



Folgende Feldgeschworene wurden ausgezeichnet: Stadt Neunburg: Josef Scheuerer (50Jahre); Stadt Pfreimd: Josef Bartmann, Michael Maier und Josef Meißner (alle 25 Jahre); Markt Wernberg-Köblitz: Josef Klinger, Albert Lindner und Rudolf Schönberger (alle 25 Jahre).

Die beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Maria Schlögl (FW, Wernberg-Köblitz) und Margit Reichl (CSU, Neunburg) dankten und gratulieren ebenfalls.

Reichl fragte scherzhaft, ob denn auch Frauen Feldgeschworene sein dürften. Die Antwort war positiv und kam prompt vom Leiter des Vermessungsamtes. In einzelnen Gemeinden gebe es seit Jahren Frauen als Feldgeschworene.