Unvergesslicher Abend
„Stad-Tour“: Entschleunigung mit den großen Seer-Balladen in Neunburg

22.12.2023 | Stand 22.12.2023, 17:00 Uhr |
Ralf Gohlke

Die Band schaffte es, vor knapp 800 Zuhörern in der Schwarzachtalhalle eine Atmosphäre wie bei einem Wohnzimmer-Konzert zu schaffen. Foto: Ralf Gohlke

Mit fast 800 Besuchern war die Schwarzachtalhalle ausverkauft. Dort eine Atmosphäre wie bei einem Wohnzimmer-Konzert zu schaffen, ist ambitioniert. Es ist der Band „Die Seer“ auf der letzten Station ihrer „Stad-Tour“ aber einmalig gelungen.

Die Musiker hatten auf der Bühne neben kleinen Tischen, auf denen jeweils ein Lichtlein brannte, Platz genommen. Die Programmauswahl war von zahlreichen Balladen geprägt. Es war aber bei weitem kein Weihnachtskonzert, wenngleich Lieder wie „Weihnachten Dahoam“ oder „Eiskristall“ schon in die Richtung tendierten. Im Fazit war es, wie angekündigt, „eine musikalische Reise zu den großen Seer-Balladen“.

Mit dem Titel „Hoffen, Glauben, Liabn“ eröffneten „Die Seer“ das Konzert. Dabei wurde deutlich, dass sie eine eingefleischte Fan-Gemeinde vor sich hatten, die gleich von Beginn an mitsang und mitklatschte. Zeitweilig wurde die Halle von Handy-Lichtern erhellt.

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Fred Jaklitsch, Komponist, Texter und Arrangeur der Gruppe, führte mit kleinen Geschichten und Anekdoten aus der eigenen Entwicklung als Musiker und den mehr als 27Jahren als Ensemble auf den Bühnen quer durch Europa – wie immer unterhaltsam – durch das Programm. Er sorgte mit textlichen Entgleisungen zu traditionellen Weihnachtsliedern wie etwa „Leise pieselt das Reh...“ für Lacher.

Nicht fehlen durfte natürlich ein Hinweis auf das aktuelle Doppel-Album „SEER – Ausklang“, das es in Österreich bereits sehr erfolgreich in die Verkaufscharts geschafft hat. Es ist zugleich der Einstieg in die Abschiedstournee, mit der sich die Band im kommenden Jahr von der Bühne verabschieden möchte.

Typischer Seer-Sound war allgegenwärtig

In Neunburg hinterließen „Die Seer“ einen unvergesslichen Eindruck. Hier passte einfach alles zusammen. Die Melodien streiften viele musikalische Genres mit Elementen von Reggae bis Folk und hatten trotzdem den typischen Seer-Sound. Der wiederum lebt von der steirischen Mundart, die alle Texte prägt und Gefühle einmalig transportiert.

Unterstrichen wurde dies zudem vom Viergesang und den kraftvollen, weiblichen Stimmen von Sabine Sassy Holzinger und Astrid Wirtenberger. Die instrumentalen Basics lieferten neben Alfred Jaklitsch Jürgen Leitner an der Steirischen, Wolfgang Luckner an den Drums, der „bayerische E-Bassist“ Dietmar Kastowsky, Daniel Schröckenfuchs an Keyboard und Piano sowie Gitarrist Thomas Eder.

Zwei Stunden – mit einer kurzen Pause – agierten die acht Musiker auf der Bühne, um dann mit Standing Ovations nach der Zugabe „Wilds Wossa“ verabschiedet zu werden. Im Foyer stand die Band den Fans noch für jede Menge Selfies und Autogramme zur Verfügung.