Knappes Überholmanöver
Unfallflucht in Schwandorf: Fahrer war angetrunken

24.05.2024 | Stand 24.05.2024, 15:56 Uhr

Ein 43-Jähriger hat in Schwandorf einen Unfall verursacht und ist einfach weggefahren. Foto: Lino Mirgeler, dpa

Am Donnerstag gegen 19.50 Uhr befuhr nach Mitteilung der Autobahnpolizei Schwandorf eine 34-jährige Schwandorferin mit ihrem VW-Transporter die Kreisstraße SAD2 im Bereich Klardorf in westlicher Richtung.

Als sie verkehrsbedingt abbremsen musste, wurde sie von einem hinter ihr fahrenden Ford Transit eines Paketdienstleisters überholt. Bei dem knappen Überholmanöver berührten sich die Spiegel beider Fahrzeuge. Daraufhin versuchte die Frau in ihrem Kastenwagen, durch mehrfache Betätigung der Hupe und Lichtzeichen den Verursacher auf den Unfall aufmerksam zu machen. Dieser zeigte sich jedoch davon offensichtlich unbeeindruckt und fuhr einfach weiter.

Die Frau nahm kurzerhand die Verfolgung auf und fuhr dem Unfallverursacher bis zu seiner Wohnung im Raum Schwandorf nach. Anschließend verständigte sie die Polizei. Eine Streife der Autobahpolizei wurde an den Einsatzort beordert. Die Beamten stellten schon beim ersten Blick auf die Schäden an beiden Fahrzeugen einen eindeutigen Zusammenhang fest.

Weil die Wohnung des flüchtigen Fahrers nicht geöffnet wurde, musste nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft in Amberg die Feuerwehr herbeigerufen werden. Nachdem sich der Verdacht erhärtet hatte, dass sich der flüchtige Fahrer in einem zum Grundstück gehörenden Nebengebäude aufhielt, wurde auch dieses von der Feuerwehr geöffnet und polizeilich überprüft. Es stellte sich heraus, dass sich tatsächlich der gesuchte Unfallverursacher darin versteckte.

Bei dem 43-Jährigen wurde eindeutig Alkoholgeruch festgestellt. Der Mann zeigte sich den Polizeibeamten gegenüber kooperativ und führte den ihm angebotenen Atemalkoholtest bereitwillig aus. Dieser zeigte jedoch ein Ergebnis im knappen einstelligen Promillebereich an, welches mit dem sicheren Führen eines Kraftfahreuges im Straßenverkehr nicht vereinbar war.

Der Mann musste sich folglich den notwendigen strafprozessualen Maßnahmen der Polizei und zudem einer Blutentnahme in einem nahe gelegenen Krankenhaus unterziehen. Gegen ihn wurden mehrere Strafanzeigen eingeleitet – unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs infolge Alkohol und unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Den Führerschein des 43-Jährigen stellten die Beamten der Autobahnpolizei ebenfalls noch vor Ort für das weitere Strafverfahren sicher.