Steuerzahler sind Fürackers Freunde
Wackersdorfer Starkbierfest: Auch der Finanzminister glänzte mit Humor

03.03.2024 | Stand 03.03.2024, 17:00 Uhr
Max Schmid

Nach dem tadellosen Anzapfen des Bürgermeisters stießen die Ehrengäste – an der Spitze Staatsminister Albert Füracker (2. v. r.) – auf den Wacker-Berg an. Fotos: Max Schmid

Das Wackersdorfer Starkbierfest erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Mit 650 Gästen war die Sporthalle auch heuer ausverkauft. Bürgermeister Thomas Falter (CSU) konnte als besonderen Gast den bayerischen Heimat- und Finanzminister Albert Füracker (CSU) begrüßen.

Der Minister lief in seiner Begrüßungsrede gleich zur Höchstform auf, beförderte Falter zum Oberbürgermeister und sagte, dass er sehr gerne zum Starkbierfest nach Wackersdorf gekommen sei, obwohl ein Finanzminister als traditionelle Spaßbremse bekannt sei.

Die Gründe für Fürackers Besuch aber waren eher humorig: Es gebe hier Essen und Trinken auf Kosten der Gemeinde und außerdem habe er im Saal jede Menge Freunde, weil alle bayerische Steuerzahler seien. Füracker bekräftigte außerdem die Aussage von Falter, wonach Starkbierredner Franz Neugebauer wahrscheinlich der jüngste seiner Art, „weltweit und darüber hinaus“ sei.

Bürgermeister brauchte nur zwei Schläge

Nachdem die Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Vereine (IGV), Karin Rossmann, geschätzt zwei Dutzend Ehrengäste auf die Bühne gebeten hatte, zapfte Bürgermeister Falter mit nur zwei Schlägen zielsicher das erste Fass an und stieß mit den Gästen auf ein stimmungsvolles Starkbierfest an. Die Neukirchner Blasmusik sowie die beiden Trachtenvereine GTV Almenrausch und HTV Stoapfälza sorgten bis zur Rede für kurzweilige Unterhaltung.

Unter den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches, der eigentlich nur dem Ministerpräsidenten zustehen würde, marschierte Starkbierredner Neugebauer durch die Besucherreihen zur Bühne und trat an das Podium, bereits zum zweiten Jahr in Folge, wie er sagte. Und er sei dennoch „aufgeregt wia z ́Sau“.

Seine erste Breitseite ging an den Klerus, namentlich an Pater Robin, dem er nahelegte, sich ein Navi zu kaufen, weil er an Allerheiligen bei der Gräbersegnung so ziellos durch den Friedhof gelaufen sei.

Wie Steinberg zum Titel „Glosschermviertel“ kam

Vom Steinberger Altbürgermeister Jakl Scharf habe er gehört, dass dieser barfuß seinen Enkel am ersten Schultag zur Schule gebracht habe und dann so auch noch ein Grußwort sprechen musste. Steinberg, so Neugebauer weiter, habe seinem Beinamen „Glosschermviertel“ heuer alle Ehre gemacht: Nach dem Faschingszug war die Straße zwischen Rathaus und Fenzl mit Glasscherben übersät.

An Füracker richtete Neugebauer den Appell, für alle Gäste am Starkbierfest die Zeche zu übernehmen und die Kosten als Betriebsausflug zu deklarieren. Vom „entwicklungsbedürftigen Vorort auf der anderen Seite der Autobahn“ wusste der Redner von Demonstrationen und Bauernprotesten zu berichten. Auch war ihm nicht entgangen, dass Bauhof und Feuerwehr nach einem verlorenen Handy eines Rathausmitarbeiters suchten und dass die neuen Fenster im Feuerwehrhaus zu Irritationen geführt haben.

Auf der Rückreise des CSU-Ortsverbands vom politischen Aschermittwoch in Passau sei ein „Quotenpreiß“ beim Aussteigen gestürzt und habe sich dann unverzüglich zur ambulanten Erstversorgung in das Schwimmbad Café begeben. Ein nicht namentlich genannter Kirchen- und Parteifunktionär aus Heselbach soll in Passau Dekomaterial der CSU gesammelt, es aber dann im Bus vergessen haben.

Neugebauer war auch zu Ohren gekommen, dass Bürgermeister Falter ohne Geldbörse und ohne Haustürschlüssel bei der Aschermittwochsveranstaltung und dann von der Ehefrau eines CSU-Gemeinderates ausgelöst werden musste.

Eine lange Liste von Gästen

Unter den Ehrengästen waren kirchliche und weltliche Würdenträger. Falter hieß Altlandrat Volker Liedtke (SPD) und stellvertretenden Landrat Jakob Scharf (CSU) sowie die Nachbarbürgermeister Harald Bemmerl aus Steinberg am See (SPD) und Georg Hofmann aus Bodenwöhr (CSU) willkommen. Sein Gruß galt insbesondere auch den Herstellern des Starkbiers aus der Schloßbrauerei Naabeck: Brauereibesitzer Wolfgang Rasel, Braumeister Eric Kulzer sowie die Vertriebsleiter Michl Weiler und Stephan Mändl. IGV-Vorsitzende Rossmann, stellte das neue Cartering-Konzept mit dem Hauser-Eventservice vor.