Drittes Semester startet
Digitale Unterstützung für ukrainische Studierende an der OTH Amberg-Weiden

02.10.2023 | Stand 02.10.2023, 14:10 Uhr

Teilnehmende der hybriden Workshop-Woche saßen im digitalen Klassenzimmer der OTH Amberg-Weiden. Foto: Wiesel

Drei ukrainische Partneruniversitäten, acht verschiedene Module und über 100 ukrainische Studierende und Dozierende haben erfolgreich bei dem Projekt DILLUGIS teilgenommen. Durch das Projekt wird die Teilnahme an hybriden Modulen an der OTH ermöglicht.

Das DILLUGIS, kurz für Digital Labs and Lectures for Ukrainian, German, and International Students, startete schnell und unbürokratisch im August 2022, wie die OTH Amberg-Weiden mitteilt.

Ukrainischen Studierenden und Dozierenden wird dabei die Teilnahme an hybriden Modulen an der OTH Amberg-Weiden ermöglicht – um so trotz schwieriger Umstände bestmögliche Lernumgebungen zu schaffen. Dafür wurden von der OTH Amberg-Weiden Kurse für hybriden Unterricht angepasst und neue digitale Kursinhalte, Übungsmöglichkeiten und sogar digitale Labore entwickelt.

Enge Zusammenarbeit

Besonders daran: alles erfolgt in enger Zusammenarbeit von Professoren und Dozierenden aus Deutschland und der Ukraine. Mit Kateryna Antoniuk und Dmytro Antoniuk sind zwei geflüchtete ukrainische Dozierende der Nationalen Universität Saporischschja Polytechnikum maßgeblich an der Umsetzung des Projekts beteiligt und dafür als Projektpersonal angestellt. „Für uns ist das Projekt eine gute Gelegenheit, unsere Studierenden und Kollegen in der Ukraine bestmöglich zu unterstützen“, sagt Kateryna Antoniuk.

„Für die Studierenden und auch Dozierenden sind die Kurse eine hervorragende Möglichkeit, Wissen und Praxis in digitalen Technologien zu erlangen. Zudem ist es auch eine großartige Möglichkeit zur multinationalen und mehrsprachigen Vernetzung, die für moderne Berufstätige im Kontext der Globalisierung sehr wichtig ist“, fügt Dmytro Antoniuk an.

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Konkret stehen acht Kurse von Industrial Engineering über Communication Technology bis zu Algorithms and Data Structures zur Auswahl. Angesiedelt sind diese im englischsprachigen Bachelorstudiengang Digital Technology and Management. Studiengangsleiterin Julia Heigl, die das Projekt initiierte und die Projektleitung innehat, erläutert: „Mit DILLUGIS nutzen wir unsere Erfahrungen der digitalen Lehre aus der Corona-Zeit und öffnen Kurse. So können wir von dem völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine betroffene, junge Menschen, die noch vor Ort sind, unterstützen.“

Positives Feedback

Das Projekt sei zudem ein doppelter Gewinn, da durch zusätzliche digitale Lehrmaterialien, Übungs- und Anwendungsaufgaben und durch noch internationalere Teamarbeit auch die Lehre für die regulären Studierenden verbessert werden könne. „Das positive Feedback der Teilnehmenden auf deutscher, ukrainischer oder auch internationaler Seite bestätigt unsere Arbeit“, sagt Heigl. Und so wird das Projekt auch im Wintersemester weitergeführt und stetig weiterentwickelt.

Vom 30. September bis zum 7.Oktober findet etwa eine Ukrainisch-Deutsche Lehrwoche statt. Während dieser Zeit werden Professoren ukrainischer Universitäten sowohl Präsenzkurse in Weiden als auch Online-Kurse für deutsche und ukrainische Studierende anbieten.

Kürzlich fand eine hybride Workshop-Woche statt, bei der sich über 50 Dozierende deutscher und ukrainischer Universitäten und Hochschulen an der OTH trafen – in Präsenz oder virtuell. Schwerpunkt waren der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung.

Projekt an der OTH Amberg-Weiden

Start: Seit August 2022 läuft das Projekt. Nun beginnt das dritte Semester.
Förderung: Das Projekt DILLUGIS wird im Rahmen der DAAD-Initiative „Ukraine digital: Sicherung des Studienerfolgs in Zeiten der Krise“ unterstützt, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.