Konzept wird erarbeitet
Gerüstet sein für einen Stromausfall: Neuer Flyer gibt Amberg-Sulzbachern Tipps

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 15:00 Uhr |

Das Faltblatt präsentierten Michael Werner, der ein Konzept für den Katastrophenfall für ganz Bayern ausgearbeitet hat, und die Katastrophenschützer des Landkreises, Verena Weigl und Matthias Viehauser, sowie Landrat Richard Reisinger (v. l.). Foto: Hollederrer

Eigentlich ist sie sehr sicher, die Stromversorgung in Deutschland – aber was tun, wenn sie trotzdem einmal ausfallen sollte? Das Landratsamt Amberg-Sulzbach hat dazu nun einen Flyer geschaffen und kürzlich offiziell vorgestellt.

Ein Blackout, eine langfristige, flächendeckende Versorgungsstörung, könne nie ganz ausgeschlossen werden. Der Landkreis befinde sich aktuell in der Fertigstellung eines sogenannten Blackout-Konzeptes, es seien nur noch wenige Details zu klären, schickte Landrat Richard Reisinger voraus. Wie es in einer Mitteilung des Landratsamts heißt, war ein Baustein des Konzeptes nun die Erarbeitung eines Flyers zur Information der Bevölkerung. Er wurde bereits konzipiert und liege nun druckfertig vor.

Verteilung der Informationen erfolgt digital und in Papierform



Geplant seien eine Verteilung an alle Gemeinden in digitaler Form – zur Veröffentlichung auf den gemeindlichen Homepages – sowie in Papierform. Jede Gemeinde im Amberg-Sulzbacher Land solle eine Auflage von zehn Prozent ihrer Bevölkerung erhalten, die Gesamtauflage des Faltblatts betrage 15000 Stück.

Ein Strom-Blackout hätte massive Probleme zur Folge, nicht nur für die Haushalte, sondern vor allem für Krankenhäuser, Trinkwasserversorgung, Banken, Notruf- und Sicherheitseinrichtungen. „Ein solches Ereignis kommt einer nationalen Katastrophe gleich“, ordnete Matthias Viehauser von der Abteilung Katastrophenschutz am Landratsamt Amberg-Sulzbach das Szenario ein.

Bürger erhalten eine Checkliste, was zu tun ist



Der Flyer gebe wertvolle Hinweise, wie man sich vorbereiten und im Falle eines Falles richtig verhalten könne. Mit enthalten sei auch eine Checkliste für die Zeit vor, während und nach dem Stromausfall, so die Pressemitteilung weiter. „Es ist wichtig, stets Lebensmittelvorräte für mindestens zehn Tage, Trinkwasser, Batterien, Kochgeräte, Medikamente, Kleidung und Heizmöglichkeiten vorzuhalten“, erklärte Verena Weigl vom Katastrophenschutz, die den Flyer gestaltet hat.

Zunächst gelte es, die Lage festzustellen: Wo ist der Strom überall ausgefallen, funktionieren Telefon und Internet noch, handelt es sich um ein großflächiges Ereignis?

Sei der Fall der Fälle dann doch eingetreten, sollten Notrufleitungen freigehalten und auf Lautsprecherdurchsagen geachtet werden – ein batteriebetriebenes Radio oder Autoradio leiste ebenfalls wertvolle Dienste. Vorsicht, so Verena Weigl, sei aber geboten beim Kochen oder Grillen mit Gas im Haus – es herrsche Erstickungsgefahr –, ebenfalls beim Betrieb von Notstromaggregaten in geschlossenen Räumen.

Wenn sich die Lage wieder beruhigt habe, gelte es, das wiederhergestellte Stromnetz nicht gleich wieder zu überlasten, sondern die Geräte erst nach und nach in Betrieb zu nehmen. Sirenen oder Warn-Apps auf dem Handy sorgten neben dem Radio für Informationen, ergänzte Viehauser.

„Leuchttürme“ in den Gemeinden sollen Ausfall des Notrufsystems auffangen



Zusätzlich seien die Gemeinden angehalten, sogenannte „Leuchttürme“ einzurichten, die in erster Linie den Ausfall des Notrufsystems kompensieren sollen. Dort könnten Notrufe abgesetzt, Hilfe organisiert und medizinische Versorgung koordiniert werden. Die jeweiligen Standorte könne man bei seiner Gemeinde erfragen, so die Mitteilung weiter .

Zum Schluss hatten die Katastrophenschützer des Landkreises noch eine Info für die Landkreis-Bevölkerung parat: „Im Fall eines Blackouts ist eine Rundum-Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger durch die Behörden nicht leistbar. Eine aktive Vorbereitung und Mithilfe der Bevölkerung ist deshalb unerlässlich.“ Jeder müsse sich also selbst auf einen Stromausfall vorbereiten. Der neue Flyer biete da nun wertvolle Hilfe für den Landkreis.

Der Flyer liegt in den Städten und Gemeinden des Landkreises sowie im Landratsamt aus. Er kann aber auch auf der Homepage des Landkreises (www.kreis-as.de) unter der Rubrik Bevölkerungsschutz heruntergeladen werden.