Amberger Modell Integrative Onkologie
Mit einer App gegen den Krebs: Gesundheitsministerin Gerlach stellte Programm im Klinikum St. Marien vor

09.06.2024 | Stand 09.06.2024, 5:00 Uhr |

Sie freuen sich auf die Zusammenarbeit: Der Landtagsabgeordnete Harald Schwartz, 2. Bürgermeister Martin Preuß, der CSU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Klaus Holetschek, Bayerns Gesundheits-, Pflege- und Präventionsministerin, Judith Gerlach, der Administrative Leiter des Onkologischen Zentrums am Klinikum St. Marien Amberg, Harald Hollnberger, der Direktor der AOK Bayern in Amberg, Volker Schödel (hinten, v. l.), die Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Irmgard Stippler und der Vorstand des Klinikums St. Marien Amberg Manfred Wendl (v. l.). Foto: Ministerium/Pressestelle

„Ich bin sehr froh, dass ich dem Krebs den Kampf angesagt habe und heute hier so sitze.“ Nadine Wölfl ist gerade einmal 31 Jahre alt, als sie selbst einen Knoten in ihrer Brust ertastet.

Durch den Kontakt mit einer Betroffenen wurde sie auf das Amberger Modell Integrative Onkologie, kurz AM.mio, aufmerksam und entschied sich für eine Teilnahme am Programm, wie das Klinikum St. Marien Amberg mitteilt. Erleichtert habe ihr die Teilnahme die Möglichkeit, die Kurse einfach über die „AM.mio App“ buchen zu können, die frei verfügbar und kostenlos für alle Betroffenen nutzbar ist, so die Mitteilung weiter. „Ich war eine der ersten Testerinnen und kann sagen – die App ist toll, super praktisch, einfach zu bedienen und man ist absolut flexibel.“

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat jetzt zusammen mit ihrem Amtsvorgänger Klaus Holetschek (beide CSU) und Mitarbeitern des Klinikums die „AM.mio App“ vorgestellt. Gerlach betonte: „Die App ergänzt als digitales Tool den ganzheitlichen Behandlungsansatz bei Krebs im Rahmen des Amberger Modells Integrative Onkologie. Mit dem heute geschlossenen Selektivvertrag zwischen der AOK Bayern und dem Klinikum Amberg unterstützt die Gesundheitskasse das ganzheitliche Therapiekonzept des Projekts nun auch finanziell für die nächsten zwei Jahre.“

Vorbereitungen liefen schon lange



Die Zusammenarbeit wurde demnach im Jahr 2022 auf den Weg gebracht. Ein Selektivvertrag ist in der ambulanten ärztlichen Versorgung ein Vertrag, der individuell zwischen den Partnern ausgehandelt wird. Er ist nicht verbindlich für alle Krankenkassen, Ärzte oder Krankenhäuser.

Gerlach ergänzte: „Es ist uns und dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine ganz besondere Freude, dass wir das Klinikum Amberg bei der Entwicklung der App mit knapp 210000Euro finanziell unterstützen konnten. Mit der App werden zum Beispiel die Lebensqualität und weitere Gesundheitsdaten der Patienten während der Therapie erfasst und anschließend ausgewertet. Die Erkenntnisse daraus können künftig in ergänzende Therapiemaßnahmen zusätzlich zur klassischen Schulmedizin einfließen.“

Die App erfasse zum Beispiel auch statistische Daten über die Hospitalisierungsquote. Ebenso würden Informationen über den körperlichen Zustand der Patienten, wie Gewicht, Muskelmasse, Körperfettanteil und Wassergehalt gespeichert und über den Behandlungszeitraum hinweg verglichen. Es lassen sich Therapietermine buchen und mögliche Nebenwirkungen dokumentieren, in einem Patiententagebuch können Daten zum Krankheitsverlauf eingetragen werden.

Krankenkasse unterstützt das Projekt



Die Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Irmgard Stippler, sagte: „Mit diesem Vertrag will die AOK Bayern einen Beitrag zur Verbesserung der umfassenden Versorgung ihrer Versicherten leisten. Die Verbindung des persönlichen und digitalen Kursangebotes des Klinikum Amberg mit zusätzlichen Leistungen in der Integrativen Onkologie garantiert eine engmaschige Betreuung der Patienten.“

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Der Ärztliche Direktor des Klinikum Amberg, Harald Hollnberger, unterstrich: „Das Besondere an unserem Amberger Modell ist der ganzheitliche Behandlungsansatz. Wir bieten Sport und Bewegungstherapie, Ernährungsberatung und Ernährungsworkshops, Stressbewältigung, Yoga und Achtsamkeit sowie ambulante psychoonkologische Begleitung aus einer Hand unter ärztlicher Aufsicht an. Diese Angebote sind in den Behandlungsleitlinien empfohlen. Ein Großteil der gesetzlich Versicherten kann dieses Leistungsangebot jetzt wahrnehmen, da die AOK die Kosten dafür trägt. Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die das für unsere Patientinnen und Patienten ermöglicht haben.“