Zeichen der Dankbarkeit
Schmuckstück für die Riedener Pfarrkirche: Mesner stiftete einen besonderen Porzellanchristus

10.06.2024 | Stand 10.06.2024, 5:00 Uhr |
Michael Rabenhofer

Als Dank für die gute Aufnahme in die Gemeinde hat der Restaurator und Kirchendiener sein Werk gestiftet. Foto: Michael Rabenhofer

Ein besonderes sakrales Schmuckstück hat in der Riedener Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt eine Heimat gefunden: Der Wahl-Riedener Johannes Zeindl ist seit drei Jahren in der Vilstalgemeinde zuhause und besonders im Pfarrleben engagiert und hat ein selbst gemachtes Porzellankruzifix gestiftet. Der aus München stammende Porzellankünstler und Restaurator wohnt unweit des Marktplatzes und ist als Mesner eine Bereicherung für die Pfarrei.

Aus Dankbarkeit für die herzliche, gute und vertrauensvolle Aufnahme in die Riedener Gemeinde, insbesondere in die Pfarrgemeinschaft, stiftete Zeindl den Riedener Bürgern das Porzellankruzifix als Andachtsbild für die Pfarrkirche in Rieden. Gesegnet wurde es im August vergangenen Jahres im Gottesdienst durch Pfarrer Slawomir Niemczewski.

Zeindls Engagement findet im Vilstalort hohe Anerkennung. Porzellan ist die große Leidenschaft des Restaurators und Porzellankünstlers. Dass seine Wahlheimat in der Oberpfalz mit ihrer großen Porzellantradition liegt, ist dem Kirchendiener natürlich bewusst. Zeindl erklärt, dass es seit dem 18. Jahrhundert zum Beispiel in der Vilsecker Pfarrkirche eine bedeutende Kreuzigungsgruppe aus Nymphenburger Porzellan gab, die allerdings im Jahr 1909 in das Bayerische Nationalmuseum nach München überführt wurde und bis heute dort auch besichtigt werden kann.

Kreuz kommt von einem Oberammergauer Holzbildhauer

In Bayern gibt es laut Zeindl nur sehr wenige Kirchen, die aktuell sakrale Skulpturen aus Porzellan beheimaten, etwa die Kirche des Elisabethinerinnenklosters Azlburg bei Straubing. Die Riedener Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt reiht sich nun in diese Linie ein. Zum Porzellankreuz selbst erklärt Zeindl, dass das ungefähr einen Meter hohe Standkreuz vom Oberammergauer Holzbildhauer Richard Reiser aus Lindenholz geschnitzt, farbig gefasst und mit einer Poliment-Blattvergoldung versehen wurde. Das barocke Vorbild des Kreuzes steht in der Oberammergauer Pfarrkirche. Die Nägel sind vom Gürtlermeister Klaus Grüger aus Scheyern in Oberbayern als Messingschrauben in barockem Stil mit verzierten Schraubenmuttern in Handarbeit gefertigt worden.

Der Porzellanchristus, die INRI-Tafel und der Totenkopf unten mit dem Felsenboden, die allesamt glasiert sind, sind bei Johannes Zeindl in barocker Manier in Handarbeit in seiner Werkstatt in Rieden entstanden. Der Porzellankorpus stellt den noch lebenden Heiland dar, denn seine Augen sind noch geöffnet und er hat auch noch keine Seitenwunde. Die vergoldete Dornenkrone deutet zugleich den Heiligenschein an.

amr