Landtag
Schulbankdrücken im Maximilianeum – Landtagsabgeordneter Bernhard Heinisch (FW) arbeitet sich ein

29.11.2023 | Stand 29.11.2023, 17:00 Uhr

Der FW-Politiker Bernhard Heinisch bei der Arbeit im bayerischen Landtag. Foto: Heinisch

Es war ein langer anstrengender Wahlkampf für den 37-jährigen Amberger Bernhard Heinisch, doch alle Strapazen waren nach dem Wahlergebnis schnell vergessen.

Als allererster Landtagskandidat der Freien Wähler Amberg-Sulzbach überhaupt schaffte der Angestellte im Schul- und Sportamt der Stadt Amberg auf Anhieb mit knapp 22000 Stimmen den Sprung als Landtagsabgeordneter ins Münchener Maximilianeum, wie es in einer Pressemitteilung der Freien Wähler heißt.

Heinisch bedankte sich bei allen Unterstützenden



„Ich hatte schon mit einem guten Ergebnis gerechnet. Dass es gleich zum Einzug in den Landtag reicht, kam dann doch etwas überraschend“, sagt Heinisch im Rückblick, in der Mitteilung.

Das habe er vielen zu verdanken, sagt er – seiner Frau und der Familie, allen Mitkandidaten, Unterstützern, Gönnern und Helfern. Vor allem aber hebt er Hans Martin Grötsch aus Königstein, den stellvertretenden Landesvorsitzender der FW hervor, der ihn von Anfang an unter seine Fittiche genommen habe. „Wir, nicht ich allein, sind gemeinsam in den Landtag eingezogen.“

Konstruktive Zusammenarbeit pflegen



Heinisch, der nebenberuflich als technischer Direktor des Regionalligisten Kickers Würzburg tätig ist, hat seine ersten Sitzungen im Bayerischen Landtag bereits hinter sich. Seit dem 30. Oktober darf er sich offiziell MdL nennen.

Er freute sich über die Begrüßung des FW-Fraktionsvorsitzenden Florian Streibl und lobt die konstruktive Zusammenarbeit und Hilfestellung seiner Kollegen, die schon länger im Amt sind. Heinisch bezeichnet Hubert Aiwanger als verständnisvollen und aufmerksamen Chef, so die Mitteilung der Freien Wähler weiter. Vorgestellt habe man ihn auch Ministerpräsident Markus Söder.

Mit Harald Schwartz, dem CSU-Abgeordneten aus dem Stimmkreis Amberg, habe er eine gute Zusammenarbeit auf freundschaftlicher Basis vereinbart. Von Umweltminister Thorsten Glauber, der in Amberg beim Benefizspiel der FC Sternstunden gegen eine Amberger Legenden-Elf mitgewirkt hatte, wurde Heinisch schon kurzerhand in das Landtags-Fußballteam berufen. In München wurde der 37-Jährige bei der Wohnungssuche mit kleinem Büro bereits fündig, in Amberg sei man noch auf der Suche nach einem Objekt.

Nähe zu den Bürgern sei dem Abgeordnetem wichtig



Heinisch, der Organisationsleiter des FC-Sternstunden der Oberpfalz ist und Beiratsmitglied von Global United, ist die Nähe zu den Bürgern in seiner Heimat ganz besonders wichtig. „Zu mir kann jeder kommen, egal, ob er mich gewählt hat oder nicht, ich werde immer ein offenes Ohr für die Bürger haben. Ich will das Sprachrohr für die örtlichen Probleme sein und sie in den Landtag mit hinein nehmen“, sagt er.

Heinisch möchte laut Mitteilung mindestens zweimal unter der Woche im Amberger Büro erreichbar sein und auch am Wochenende viele Außentermine in seinem Zuständigkeitsbereich Amberg und Amberg-Sulzbach bis Neumarkt legen.

Einweisung durch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU)



Vom Maximilianeum ist der Landtagsabgeordnete angetan, so die Mitteilung weiter. Ob es der Weiße-Rose-Saal ist, in dem die Freien Wähler meistens tagen, der Plenarsaal oder der Saal der Stille, wo man sich auch mal zurückziehen und seine Gedanken ordnen kann. Oder auch die Landtags-Kantine, die er als Begegnungsstätte beschreibt.

Die Einweisung erfolgte für alle neuen Parlamentarier von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) höchstpersönlich, erinnert Heinisch. Regelmäßigen Kontakt pflege der Amberger mit seinen Oberpfälzer Abgeordneten-Kollegen der FW, mit Julian Preidl aus Bad Kötzing, Tobias Gotthardt aus Kallmünz und Martin Scharf aus Neunburg.

Fahrgemeinschaft: Mit dem Auto durch München



Mit letzterem hat er auch kürzlich eine Fahrgemeinschaft gegründet. Mit dem Auto in München voranzukommen sei wahrlich nicht einfach. „Ich muss mich erst an die vielen Staus rund um die bayerische Landeshauptstadt gewöhnen und für die Zukunft mehr Zeit einplanen. Zu spät erschienen bin ich bisher zum Glück aber noch nicht“, so Heinisch.

Natürlich wird es noch dauern, bis der Politiker in seinem neuen Job komplett angekommen ist, weiß der Abgeordnete. Er beschreibt es wie eine Schule – nur mit anderen Fächer und einer anderen Sprache. „Es gibt auch Tage, da kommst Du nicht mal zum Essen, und ein Zehn- bis Zwölf-Stunden-Tag ist keineswegs außergewöhnlich“, so der Abgeordnete.

Einfach nur mit dem Kopf schütteln – Innenausschuss



Auf die Frage, wie er bisher die Abgeordneten von der AFD erlebt hat, hält sich Heinisch laut der Mitteilung der Freien Wähler bedeckt. „Ich konzentriere mich auf meine Aufgaben. Ich nehme sie nicht immer wirklich wahr, aber ja, es gibt dann schon auch Momente, wo man einfach nur noch mit den Kopf schütteln kann.“

Und inzwischen ist auch ein weiterer Wunsch für Heinisch wahr geworden: Er ist Mitglied im Innenausschuss für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport, bei dem die Freien Wähler den Vorsitz haben. Zudem fungiert der Amberger als sportpolitischer Sprecher der FW-Landtagsfraktion.