Besucher aus Österreich waren begeistert
Vilshofen hat einen sakralen Schatz – Akanthusaltar ist etwas Besonderes

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 5:00 Uhr |
Michael Rabenhofer

Die Reisegruppe aus dem österreichischen Mondsee bei Salzburg um Leopoldine Swoboda (2. v. l.) machte auf dem Pfarrberg Station. Foto: Michael Rabenhofer

Auf Vilshofens Pfarrberg befindet sich im Inneren der Allerseelen-Bruderschaftskapelle ein historisches Schmuckstück, das man durchaus als sakralen Schatz bezeichnen kann. Die Kapelle, deren Ursprung im Jahr 1300 liegt, beherbergt einen ganz besonderen Akanthusaltar.

Solche Altäre kommen vor allem in der Oberpfalz und Böhmen vor und sind von feinem Schnitzwerk geprägt.

Dabei wurde die aus dem Mittelmeergebiet stammende Akhantuspflanze mit ihren gezahnten Blättern als Vorlage für die Rankenmotive der Hochaltäre verwendet. Eine private Reisegruppe aus der Gemeinde Mondsee bei Salzburg um die dortige Pfarrarchivleiterin Leopoldine Swoboda machte sich für fünf Tage auf in die Oberpfalz, um einige Akhantusaltäre zu besichtigen.

Der Vilshofener Altar gefiel den Gästen am Besten

Neben Aufenthalten in Reuth bei Erbendorf, Hirschau, aber auch Auerbach machten sie am Sonntagnachmittag Halt in Vilshofen. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Veronika Edenharter öffnete ihnen die Tore der Allerseelen-Bruderschaftskapelle. Die Reisegruppe war beeindruckt von der besonderen Kapelle und dem Altar.

„Es ist ein absolutes Unikat, so einen zart gestalteten Akhantusaltar gibt es nur in Vilshofen“, freute sich Swoboda. „Jedes Jahr in der Karwoche bauen wir vor dem Altar der Kapelle das heilige Grab auf“, erklärte Edenharter. Die Kapelle ist dem heiligen Laurentius geweiht. Die Bilder und Fresken zeigen die armen Seelen im Fegefeuer sowie den Ensdorfer Heiligenhimmel, der die Ordenstradition der Benediktiner darstellt. Auch der Stifter der Armen-Seelen-Bruderschaft, Landsaß Ritter Michael Amringer zu Bergheim, ist abgebildet.

Beinhaus unter der Kapelle

Der ursprüngliche Bau, das gewölbte Untergeschoss der Kapelle war ein Karner, er diente als Beinhaus. Die Kapelle wurde darüber gebaut. Vor dem Altar in den Boden eingelassen befindet sich das Armenseelenloch, das die Kirche mit dem Beinhaus verbindet. Die Bronzescheibe der Öffnung wurde von Pfarrer Gottfried Schubach gestiftet. Im Jahr 1667 wurde eine Vorhalle angebaut, in der hinter Schmiedeeisen der gegeißelte Jesus sowie Petrus und Maria Magdalena dargestellt sind.

Im Jahr 1822 entstand ein zusätzlicher Anbau an die Bruderschaftskapelle: eine Schule mit Mesnerhaus. In den 1960er Jahren unter der Regie von Pfarrer Liedl und 2009 unter Pfarrer Schubach fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten am Altar, aber auch des Gebäudes, statt.