Remis im Hinspiel
1:0, 1:2, dann 2:2: Jahn und Wiesbaden liefern sich packenden Schlagabtausch

24.05.2024 | Stand 25.05.2024, 11:28 Uhr

Ein rassiges Duell: Das lieferten sich Regensburg (mitte, Rasim Bulic) und Wiesbaden. Fotos: Nickl

Fußball-Drittligist SSV Jahn Regensburg und Wehen Wiesbaden haben sich im Hinspiel der Relegation einen packenden Schlagabtausch geliefert. Beim 2:2 (1:0) am Freitagabend drehten die Gäste nach Rückstand das Spiel, das letzte Wort hatten aber die Oberpfälzer.



Noah Ganaus (27.) hatte den Jahn, der sich nach zuvor sechs sieglosen Spielen in Folge stark formverbessert gezeigt hatte, in Front gebracht. Nach der Pause waren die Gäste aber durch Treffer von Robin Heußer (66.) und John Iredale (71.) zur Stelle. Den fulminanten Schlusspunkt setzte Dominik Kother (80.)

„Die beiden Gegentore sind definitiv zu vermeiden. Wir sind aber stolz darauf, dass die Mannschaft nach den Nackenschlägen noch zurückgekommen ist“, erklärte Jahn-Trainer Joe Enochs.

Unter den 13378 Zuschauern im Jahnstadion war auch reichlich Prominenz vertreten. Neben Bayerns Finanzminister Albert Füracker unter anderem die beiden früheren Regensburger Aufstiegshelden Marco Grüttner und Markus Ziereis, die dem SSV die Daumen drückten.

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Es war ein stimmungsvoller Empfang für den Jahn, der extra im Mannschaftsbus vorgefahren worden war. „Alles reinwerfen, Jahnelf!“ Dieses Riesen-Transparent entrollten die Fans vor Anpfiff auf der Hans-Jakob-Tribüne. Das war das Motto. Während sie beim 0:1 gegen Saarbrücken noch schmerzlich vermisst worden waren, waren Kapitän Andreas Geipl und Konrad Faber am Freitagabend wieder spielberechtigt nach ihren Gelbsperren. Dafür musste Benedikt Saller dieses mal zuschauen. Das galt auch für Elias Huth, der sich im letzten Saisonspiel eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen hatte.

Rückkehrer beim Jahn

Gegen Wiesbaden schickte Jahn-Coach Joe Enochs drei nominelle Innenverteidiger in der Viererkette ins Rennen. Florian Ballas kehrte zurück ins Team. Robin Ziegele agierte als Rechtsverteidiger. Konrad Faber bekleidete rechts vorne dafür den offensiven Part. Bei den Gästen nahm mit Lasse Günther ein ehemaliger Regensburger vorerst auf der Bank Platz.

Auf der Tribüne hockte derweil auch Wehens Trainer Nils Döring. Er hatte im Saisonfinale gegen St. Pauli eine Flasche weggetreten und war daher für ein Spiel gesperrt worden.

„Natürlich ist Wehen, weil sie 2. Liga spielen, Favorit“, hatte Enochs vor der Partie der beiden zuvor sehr formschwachen Teams erklärt und den Gästen damit die Favoritenrolle zugeschoben. „Aber wir halten dagegen, werden alles dafür geben, das Spiel positiv zu bestreiten“, hatte der Regensburger Trainer versprochen.

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In Sachen Einsatz mangelte es nicht. Die Regensburger kämpften um jeden Ball. Dass die Partie eher nichts für Feinschmecker wird, das war ohnehin zu erwarten. Mit zunehmender Spieldauer nahm das Duell aber an Fahrt auf. In der 26. Minute sorgte Kother ein erstes Mal für richtig Gefahr vor dem Tor der Gäste. Sein Schuss war aber zu unplatziert. Nur zwei Minuten später steckte er für Ganaus durch, der durch die Beine von SV-Keeper Florian Stritzel zur Jahn-Führung traf. Die Fans honorierten die Leistung der Regensburger mit stehenden Ovationen.

Nun wurde es turbulent. Jahn-Keeper Felix Gebhardt war gegen den auf ihn zustürmenden Thijmen Goppel per Fußabwehr zur Stelle (32.). Es wäre aber ohnehin Abseits gewesen. Auf der Gegenseite prüfte Faber Stritzel (39.).

Mit dem Jahn und Wiesbaden spielen zwei wahre Relegations-Experten das letzte Zweitliga-Ticket aus. Die Regensburger schalteten die Zweitligisten KSC (2012) und den TSV 1860 München (2017) aus. Wiesbaden hat aber ebenfalls einen erfolgreichen Relegations-Doppelpack bestritten. 2019 gegen Ingolstadt und 2023 gegen Bielefeld hatten sie die Nase vorne. In Regensburg sah es für sie aber in der ersten Halbzeit nicht gut aus.

Sehenswerter Schlusspunkt

Zur Pause reagierten die Gäste daher mit einem Dreifachwechsel. Auch Günther war nun mit dabei. Die Gäste begannen schwungvoll. Um Goppel zu stoppen, musste Louis Breunig die Grätsche auspacken. Gelb! Einen Prtajin-Kopfball entschärfte Gebhardt (56.).

In der 66. Minute war der Regensburger Torhüter aber machtlos. Der Jahn brachte den Ball nicht aus dem Fünfmeterraum. Heußer war zur Stelle. Nur fünf Minuten später klingelte es erneut im Regensburger Tor. Iredale traf kurios per Hacke. Der Jahn gab alles, um zurück ins Spiel zu finden. Mit Erfolg! Kother brachte die Regensburger sehenswert zum Ausgleich. Am Dienstag kommt es zum Wiedersehen.

Jahn – Wiesbaden 2:2 (1:0)SSV Jahn Regensburg: Gebhardt – Ziegele, Ballas, L. Breunig, Schönfelder – Geipl, Bulic – Faber (84. Hein), Viet, Kother (90.+3 Meyer) – Ganaus SV Wehen Wiesbaden: Stritzel – Angha (46. Mockenhaupt), Mathisen, Vukotic – Goppel (82. Carstens), Fechner, Bennetts (46. La. Günther) – Heußer, Kovacevic (46. H.-j. Lee) – Agrafiotis (70. Iredale), Prtajin

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart); Zuschauer: 13378; Tore: 1:0 Ganaus (27.), 1:1 Heußer (66.), 1:2 Iredale (71.), 2:2 Kother (80.)