Erfahrungen aus dem Nationalpark
2. Fastenimpuls in St. Emmeram: Mut schöpfen aus der Natur

01.03.2024 | Stand 01.03.2024, 12:00 Uhr
Alexandra Wessel

Stadtdekan Roman Gerl (v. l.), Musiker Heinz Grobmeier und Franz Leibl, ehemaliger Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, beim 2. Fastenimpuls in der Basilika St. Emmeram. Veranstalter der Fastenimpulse ist die Innenstadtseelsorge mit Fachstellenleiter Gerl. Foto: Lexa Wessel

Von Lexa Wessel

Das Publikum lauschte gebannt, als Solo-Musiker Heinz Grobmeier mit seinen exotischen Instrumentalklängen zur Eröffnung loslegte. Zahlreiche Gäste waren zum Fastenimpuls mit Gastredner Franz Leibl, dem ehemaligen Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, gekommen. Anhand des Beispiels Nationalpark Bayerischer Wald zeigte er, welche Kraft der Natur innewohnt.

Die Kirchgänger füllten die große romanische Basilika, welche in rosarotes Licht getaucht war. Am Donnerstagabend fand in der Basilika St. Emmeram der 2. Fastenimpuls statt. Nach der Begrüßung durch Stadtdekan Roman Gerl war der Hauptredner an der Reihe, ehe Gerl noch ein kurzes Gebet sprach. Zwischendurch waren die musischen Werke zu hören.

Erfahrung weitergeben

„Menschen, die Mut machen“ – unter dieser Philosophie stehen die diesjährigen Fastenimpulse. Der Grundgedanke ist, Menschen als Hauptredner einzuladen, die aus ihrem Berufsleben und aus eigener Lebenserfahrung heraus anderen Menschen ermutigende Worte weitergeben können. Besonders in den aktuellen Krisenzeiten sei dies sehr wichtig, sagte Gerl, Pfarrer der Regensburger Dompfarreiengemeinschaft St. Emmeram/St. Ulrich.

Die Innenstadtseelsorge mit Fachstellenleiter Dekan Gerl lädt jeden Donnerstagabend in der Fastenzeit zu einem Fastenimpuls nach St. Emmeram ein, jeweils mit einem anderen Hauptredner und Musiker. Das neue Gottesdienstformat wolle viele Menschen niederschwellig erreichen, so Gerl. Bereits seit elf Jahren finden die Fastenimpulse statt. Als Gastredner werden Menschen eingeladen, die zum Beispiel auf gewisse Weise spirituell leben. Grobmeier sorgte mit seinem Solo-Auftritt und drei instrumentellen Musikstücken für den passenden musikalischen Rahmen. Der Multiinstrumentalist kombiniert auf faszinierende Weise sein Instrumentarium, er nutzt unter anderem (Quer-)Flöten, Gotisches Hackbrett, Steel-Drum sowie klangerzeugende Eigenbauten. In seiner Musik verweben sich Elemente aus Gregorianik, Mittelalter-Musik, Renaissance, Klassik, ethnischer Musik, Jazz und Avantgarde.

Mutiges Motto

Leibl promovierte an der Universität Regensburg. Später übernahm er im Jahr 2011 die Leitung der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. Leibl sprach von Einflussfaktoren bei der Waldentwicklung und vom reichen Pflanzen-, Tier- und Pilzvorkommen – ein totholzreicher Wald sei ein reicher Wald. „Die Natur Natur sein lassen“, laute das mutige Motto im Nationalpark.

Heute wissen Einheimische und Touristen die Naturbelassenheit wie in einem Urwald mehr zu schätzen. Was der Mensch als Katastrophen wahrnehme, wie Windwurf oder den Fichtenborkenkäfer, seien für den Wald nur vorübergehende Störfaktoren, welche die Natur mit der Zeit selbst ausgleiche, zum Beispiel mittels Waldverjüngung oder -veränderung.

Die beiden letzten Fastenimpulse finden am 14. und 21. März statt. Ein Fastenimpuls entfällt, denn am 10. März findet eine Messe statt, die auch im ZDF übertragen wird.