Bande vor Gericht
30 Geldautomaten in ganz Deutschland gesprengt: Prozess neu aufgerollt

24.06.2024 | Stand 24.06.2024, 9:13 Uhr |

Bei der Sprengung der Sparda-Bank-Filiale im Regensburger Westen erbeuteten die Täter mehr als 30.000 Euro – der Schaden war um ein Vielfaches höher: Laut Anklage lag er bei rund 195.000 Euro. − Foto: Baumgarten

16 Männer sollen in ganz Deutschland Geldautomaten gesprengt und Beute in Millionenhöhe gemacht haben – unter anderen im Regensburg und Altötting. Ein erster Anlauf vor Gericht ist gescheitert. Nun beginnt das aufwendige Verfahren erneut.



Sie sollen bundesweit Geldautomaten gesprengt und dabei eine Millionenbeute gemacht haben. Gegen 16 Angeklagte einer mutmaßlichen Bande beginnt am Montag (9.00 Uhr) erneut der Prozess vor dem Landgericht Bamberg.

Die angeklagten Männer aus den Niederlanden und Belgien sollen laut Staatsanwaltschaft für 30 Sprengungen von Geldautomaten in ganz Deutschland verantwortlich sein. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sollen sie von 2021 bis 2023 zugeschlagen haben. Ihre mutmaßliche Beute: mehr als 3,3 Millionen Euro. Noch höher soll der durch die Sprengungen angerichtete Schaden sein: mehr als 5,5 Millionen Euro.

Sprengung in Regensburg und Altötting



Drei Fälle aus Oberbayern und der Oberpfalz werden vor dem Bamberger Landgericht verhandelt: Die Explosion in Luhe-Wildenau (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) am 25. Oktober 2022, die Sprengung eines Sparda-Bank-Automaten in Regensburg am 7. November 2022 und der Fall aus dem Landkreis Altötting, bei dem ein Sparkassen-Automat in Töging am Inn am 4. November 2022 in die Luft gejagt wurde.

Da die Ermittler den Angeklagten im Alter zwischen 23 und 43 Jahren auch Fälle in Zapfendorf und Forchheim in Oberfranken zur Last legen, wird der Fall vor dem Landgericht Bamberg verhandelt.

Schon das zweite Verfahren



Es ist bereits der zweite Anlauf: Ein erstes Verfahren war Anfang Mai auf Antrag der Verteidiger ausgesetzt worden. Sie hatten bemängelt, Akten und Videomaterial erst so spät erhalten zu haben, dass eine Sichtung nicht möglich war.

Aufgrund der vielen Beteiligten ist der Prozess mit einem enormen Aufwand verbunden: 16 Angeklagte, mehr als 30 Verteidigerinnen und Verteidiger, dazu Dolmetscher. Der Prozess wird deshalb in einer Sporthalle auf dem Gelände des Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrums verhandelt. Zu den Verhandlungstagen müssen die Angeklagten aus unterschiedlichen Gefängnissen in ganz Bayern nach Bamberg gebracht werden. Bislang sind Termine bis Ende Januar 2026 vorgesehen.

− dpa/nb