Arbeiten an Übergangskonstruktion
A3 war für Not-Reparatur dicht: Stahlteile an der Sinzinger Autobahnbrücke drohten locker zu werden

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 22:18 Uhr |

Am Mittwochabend wurden kurzfristig Arbeiten an der Übergangskonstruktion der Donaubrücke Sinzing durchgeführt. Foto: Autobahn Südbayern / Felix Bonn

Am Mittwoch war die A3 wieder dicht. Zwischen der Anschlussstelle Nittendorf und dem Autobahnkreuz mussten die beiden Spuren – und in Gegenrichtung eine Spur – gesperrt werden. Das steckt dahinter.



Gegen 19.30 Uhr richteten Autobahn-Mitarbeiter die Sperre ein. Anschließend ging dann in Fahrtrichtung Passau erst mal nichts mehr. Auch die Autobahnauffahrt in Sinzing war dicht. Der A3-Verkehr wurde an der Anschlussstelle Nittendorf ausgeleitet und über Etterzhausen zur A93-Anschlussstelle Pfaffenstein umgeleitet.

Die Autobahnbrücke Sinzing ist in die Jahre gekommen. Sie ist so stark beschädigt, dass sie derzeit – kurz vor dem Neubau – noch einmal umfassend saniert werden muss. Je genauer die Ingenieure die Brücke jetzt bei den Sanierungsarbeiten in Augenschein nehmen, umso mehr Mängel fallen auf. Am Mittwoch hörten die Experten zunächst auffällige Geräusche an der Übergangskonstruktion – also dem Bereich, der die Brücke mit der normalen Straße verbindet. Bei näherer Betrachtung stellten sie einen gravierenden Schaden fest, der sofort behoben werden musste – „eine kurzfristig notwendige Ad hoc-Maßnahme“, wie die Autobahn GmbH in einer Pressemitteilung schreibt.

Stahlfinger drohten locker zu werden



Die Übergangskonstruktionen sind in der Regel Stahlkonstruktionen, die zwei Sachen können müssen: Die Verbindung der Straßenoberfläche zur Straße auf der Brücke herstellen. Außerdem sind sie notwendig, um die Bewegungen der Brücke – wenn sie sich beispielsweise bei Hitze ausdehnt – abzupuffern. Es gebe hier unterschiedliche Modelle, sagt Christoph Graebel, zuständig für die Projektkommunikation bei der Autobahn GmbH Niederlassung Südbayern. „Bei dem Modell auf der Brücke Sinzing, gibt es Stahlfinger, die ineinandergreifen. Einige dieser Teile – verteilt über fast die komplette Straßenbreite – drohten locker zu werden.“

Es habe keine direkte Gefahr gedroht, sagt Graebel: „Die Teile waren nicht so locker, dass sie sich schon gelöst hätten.“. Aber die Situation habe ein erhebliches Verkehrsrisiko dargestellt. Den Berufsverkehr habe man noch abwarten können, aber dann sei unmittelbares Handeln notwendig gewesen. „Das war unsere einzige Chance, damit das Verkehrschaos nicht zu groß wird.“ Solche Schäden könnten immer mal auftreten, sagt Greabel und gehörten zum Tages- bzw. „Nachtgeschäft“. Denn normalerweise werde versucht, solche Arbeiten dann in der Nacht zu erledigen.

Arbeiten dauerten zwei Stunden



Ab 20 Uhr wurden die schadhaften Stellen dann wieder verschweißt. Rund zwei Stunden später konnte die Autobahn wieder freigegeben werden.„Ursprünglich hatten wir damit gerechnet, dass die Arbeiten ungefähr 3,5 Stunden dauern. Es ging dann – Gott sei dank – doch schneller“, sagt Graebel.

Erst vor drei Wochen hatte ein kaputter Schachtdeckel auf der Autobahnbrücke Sinzing den Verkehr an zwei Tagen über Stunden lahmgelegt. Der Schaden war so gravierend, dass sogar mitten im Berufsverkehr eine Spur gesperrt werden musste, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt hatte. Mehrere Reparaturversuche waren zunächst gescheitert, wodurch sich die Arbeiten lange hingezogen hatten.