Hingucker auf der Dult
Abenteuerleben mit vielen Piraten: Junior-Chef Hans Schneider geht gerne auf Reisen

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 5:00 Uhr
Daniel Steffen

Das Laufgeschäft Pirates Adventure der Schaustellerfamilie Schneider (im Bild: Hans Schneider) ist ein Dult-Hingucker. F.: Steffen

Von Daniel Steffen

Ein riesiger Hai schmückt die Front des markanten Laufgeschäfts: In zehn Metern Höhe schwebt er über jenen Menschen, die tagsüber und abends über das Volksfest streifen. Acht Meter ist das vermeintliche Ungetüm lang und dem Publikum präsentiert es eindrucksvoll seine „Beißerchen“.

Wie gut, dass man den Hai nicht im Badeurlaub antrifft, mag man denken. Nein, zum Glück gehört er zu Pirates Adventure, der Dult-Attraktion der Lippstädter Schaustellerfamilie Schneider. Diese ist in der „Biergartenstraße“ der Dult positioniert und zu jeder Tageszeit ein Hingucker.

Kein Wunder: Breit grinsend blickt ein einarmiger Pirat auf das Publikum herab, während ein kunterbunter Papagei fröhlich auf der Laterne hockt. Beide zeigen sich dank Simulationstechnik äußerst geschwätzig und laden förmlich zu einem Besuch des Innenlebens ein.

Laserstrahl-Technik an Bord



Junior-Chef Hans Schneider sagt, was geboten ist: „In vier Abenteuerräumen wird das Leben der Piraten simuliert. Gleich im ersten Raum kommt es zu einem Schiffsuntergang.“ Einmal drin, fordert eine Stimme die Besucher auf, sich an den Seilen festzuhalten. Schließlich schaukelt es tüchtig – ein Effekt, der durch Hydraulik-Elemente erzielt wird. 20 animatorischen Figuren begegnet man unterwegs und am Ende der Reise offenbart sich der ersehnte Schatz. Mit viel Laserstrahl-Technik an Bord dauert die Abenteuerreise gut sieben Minuten. Für 4,50 Euro sind Erwachsene dabei, für vier Euro die Kinder.

Die Schausteller aus Nordrhein-Westfalen sind gern zu Gast in Regensburg. „Das Publikum hier ist höflich und nett“, sagt der 18-Jährige, der mit seiner Familie europaweit unterwegs ist. Ob Salzburg, Hamburg oder der Londoner Hyde Park: Schon viel hat er in seinen jungen Jahren von der Welt gesehen. Er lege darauf auch „besonderen Wert“. Nein, ein Leben irgendwo im Büro kann er sich nicht vorstellen. Zur schweren Corona-Zeit habe er bereits damit Erfahrung gemacht, sein Ding war es nicht.

Abschluss nach vielen Schulbesuchen



Das Leben auf Achse indes empfindet er als „facetten- und abwechslungsreich“. Seinen Realschulabschluss hat Hans Schneider dennoch gewissenhaft gemacht. „Über 20 Schulen habe ich besucht.“ Und zwar immer an den Orten, wo das Geschäft gerade stand. Mit einem Notenschnitt von 1,9 war schließlich das Ziel erreicht.

„Mach, was dich glücklich macht“, hatten ihm einst seine Eltern gesagt – und sein „Ja“ zum Schaustellerleben bedeutet, dass die Volksfest-Familientradition nun in achter Generation fortgesetzt wird. „Als Pferdehändler haben unsere Vorfahren einst angefangen“, weiß Hans Schneider.

Bis das Pirates Adventure aufgebaut ist, braucht es zwei bis drei Tage. „Dies hängt davon ab, wie eingespielt das Team ist“, erklärt Schneider. Meistens seien es sein Vater Michael, er und vier Angestellte, die diese Aufgabe stemmen. Auf drei Transportern ist das Geschäft unterwegs, ein weiterer beherbergt die mobile Wohnung der Familie.