Kultur
Bei Pustet in Regensburg: Acht inspirierende Begegnungen mit klugen Köpfen

11.02.2024 | Stand 11.02.2024, 19:05 Uhr

Künstlerin Toxische Pommes gibt von sich nur den Vornamen Irina preis. Foto: Muhassad Al-Ani

Die neue Veranstaltungsreihe der Buchhandlung bildet ein breites Spektrum von Literatur bis zu Lebenspraxis ab. Auftakt ist am 22. Februar mit Adriana Altaras.

Ob ein Bildband zu Burgen, das Buch von einer bekanntesten Tiktokerinnen Österreichs oder Ernst-Wilhelm Händlers kühler Blick ins Innere des Kunstbetriebs: Das Frühjahrsprogramm von Bücher Pustet bietet ein breites Spektrum an Literatur und Information.

Den Auftakt bestreitet Adriana Altaras, die am 22. Februar aus „Titos Brille“ liest. Der Roman steht im Zentrum der Reihe „Regensburg liest ein Buch“, mit der Pustet kooperiert. Altaras spricht im Theater Regensburg mit Moderatorin Judith Heidtkamp über die turbulente Geschichte ihrer jüdischen Familie und ihr eigenes unorthodoxes Leben in Berlin (Karten: beim Theater Regensburg). Auch der Abend mit Christina Erdmann findet in Kooperation mit „Regensburg liest“ statt. Die promovierte Pädagogin coacht Führungskräfte. Sie gibt am 7. März Tipps, wie sich das Elternhaus umsichtig und ohne Stress bewältigen lässt.

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Lebenspraktischen Rat hat Volker Busch. Er erforscht an der Klinik für Psychiatrie der Uni Regensburg psychophysiologische Zusammenhänge von Stress, Schmerz und Emotion. Bei der Lesung aus „Kopf hoch!“ am 28. Februar schildert er wissenschaftlich fundiert und humorvoll, wie wir in unsicheren Zeiten festen Boden unter den Füßen gewinnen.

Ernst-Wilhelm Händler liest am 14. März aus „Der absolute Feind“: Darin erhält ein Schriftsteller den Auftrag, über den fiktiven Galeristen Georg Voigtländer zu schreiben. Er taucht in dessen Psyche und in den Kunstbetrieb ein. Händler hat zahlreiche Romane und Essays veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet.

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Ein Schauspieler und Kabarettist, der erzählen kann, ist Robert Palfrader aus Wien. Er stellt am 19. März „Ein paar Leben später“ vor. Atmosphärisch schildert er die Erlebnisse mehrerer Generationen, deren Weg von Südtirol über Argentinien bis nach Österreich führte.

Fotograf Simon Süß und Kulturjournalistin Christine Riedl-Valder nehmen am 11. April die Burgenlandschaft der Oberpfalz unter die Lupe. Der neue Bildband „Burgen der Oberpfalz“ zeigt die Wehrbauten und ihre Ruinen aus ungewöhnlichen Perspektiven. Kulturhistorische Beiträge informieren über Rittergeschlechter, Burggeschichten, das Leben in den Festungen und berühmte Minnesänger.

Die Juristin Toxische Pommes – sie gibt von sich nur ihren Vornamen Irinia preis – hat Hunderttausende Follower auf TikTok und Instagram und spielt Kabarett. Bei Pustet stellt sie am 23. April ihren Debütroman „Ein schönes Ausländerkind“ vor. Er erzählt von einer Familie, die vor dem Krieg in Jugoslawien flüchtet, und von der Beziehung einer Tochter, deren Lebenssinn darin besteht, die perfekte Migrantin zu werden, zu ihrem Vater, der sich bei dem Versuch, ihr das zu ermöglichen, selbst verliert.

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In Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk (EBW) stellt Franz X. Keilhofer am 16. Mai sein Buch „Ich habe niemals ein Verbrechen begangen“ vor. Den Abend beim EBW (Am Ölberg 2) moderiert Geschäftsführer Carsten Lenk. Der Sachbuchautor aus Zwiesel legt die Biografie des NSDAP-Funktionärs Josef Glück aus Niederbayern vor, der sich als Organisator von Holocaust-Verbrechen in der Ukraine entpuppte. Keilhofers historisch-kriminalistische Dokumentation wurde angespornt durch das beschämende Versagen der westdeutschen Nachkriegsjustiz.


Falls nicht anders angegeben, finden die Veranstaltungen bei Bücher Pustet in der Gesandtenstraße 6-8 in Regensburg statt; Karten: bei Bücher Pustet (0941) 56970.