Symphonisches Singspiel
Das große Weihnachtsfestspiel gastiert am 22. Dezember wieder im Audimax

02.12.2023 | Stand 02.12.2023, 15:00 Uhr

Stehender Schlussapplaus im Audimax: Auch dieses Jahr zieht das Weihnachtsfestspiel viele Zuschauer an. Foto: Oliver Bodmer, edp

„Es ist so bewegend, wenn sich nach der Vorstellung fast 1500 Menschen erheben und minutenlangen, tosenden Beifall spenden“, sagt Enrico de Paruta, der Erzähler aus dem Weihnachtsfestspiel „Heilige Nacht“. „Es ist wie bei einem Popkonzert. Wir bekommen alle eine Gänsehaut. Nach zwei Jahren Corona-Pause war es besonders emotional. Sowas vergisst man niemals.“ Heuer gastiert das symphonische Singspiel nach Ludwig Thoma am Freitag, 22. Dezember, im Regensburger Audimax. Es gibt nur noch wenige Karten. Aber der Vorverkauf für nächstes Jahr läuft bereits.

90 Mitwirkende in Regensburg



Viele Menschen wollen diesen traditionellen Festabend mit so vielen virtuosen Solisten unbedingt erleben – am liebsten jedes Jahr. Seit Jahrzehnten gehört das große Weihnachtssingen zum festen Stimmungsrahmen der Vorfreude. Die Magie der Stunde ist selbst schon am kargen Eingang des sonst so spröden Audimax-Gebäudes zu spüren.

In Regensburg wird wieder die große Besetzung (mehr als 90 Mitwirkende) mit wunderbaren Gesangssolisten aus Oper, Konzert und Schauspiel auftreten, dazu kommen die einmaligen Kindersoprane der Engelsstimmen. Das szenische Musikprogramm zu Ludwig Thomas Meisterstück „Heilige Nacht“ ist bekanntlich jedes Mal a bisserl anders. Als große Überraschung ist diesmal Markus Ücker zu nennen. Als Knabensopran der Engelsstimmen trat er in Carolin Reibers Heiligabend-Sendung auf, schon als Elfjähriger spielte er im Bayerischen Fernsehen den „Handwerksburschen Hansei“. Die Rolle ist ihm geblieben, auch im großen Weihnachtsfestspiel im Audimax (jetzt allerdings als Baritenor): „Ich studiere derzeit an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und bin für den künstlerischen Ausflug nach Bayern befreit worden“, sagt Markus Ücker.

Aus Ersatz wurde Publikumsliebling



„Gefördert zu werden, mit Profis singen und spielen, das war das größte Erlebnis meiner Kindheit bei den Engelsstimmen. Das über Jahre erfahren zu dürfen, dafür bin ich meinem Entdecker und Förderer Enrico de Paruta sehr dankbar.“ 2019 war der damalige Abiturient im Audimax für den erkrankten Handwerksburschen eingesprungen und wurde dafür vom Publikum und dem Ensemble mit stehenden Ovationen gefeiert.

Während Ludwig Thoma diesen Handwerksburschen Hansei nicht näher definiert, will ihn Markus Ücker greifbarer machen: „Mir ist wichtig, welches Handwerk er ausübt. Deshalb haben wir aus ihm einen pfiffigen Engelsschnitzer in der dritten Generation gemacht. Dieser Hansei geht unbeirrt und mit Gottvertrauen durch die ,wiaschte‘, schlimme Zeit, nichtahnend, dass er durch sein positives Wirken selbst ein Engel ist“, sagt er.

Neben den vielen hinreißenden und bewährten Instrumentalsolisten könnte man noch den Tenor Sebastian Schäfer und die Sopranistin Anne Reich nennen. Aber auch auf Bassbariton Niklas Mallmann als Nachtwächter Ferdl darf man gespannt sein und Linus Mödl als Hirte Hias – über den Enrico de Paruta übrigens bemerkt: „Ein junger Sänger mit, ja, darf man das sagen?, Hermann-Prey-Qualitäten.“ Aber mehr soll hier noch nicht verraten werden.

So kommt man an Karten



Das Weihnachtssingen Heilige Nacht von Enrico de Paruta nach Ludwig Thoma gastiert am Freitag, 22. Dezember, 19.30 Uhr im Audimax. Ab 18 Uhr musikalischer Empfang im Foyer. Einlass 19 Uhr, Ende etwa 21.30 Uhr. Rollstuhlplätze in Loge D.

Tickets bei Eventim, Tel. (01806) 57 00 70, bei www.heilige-nacht.com oder in der Tourist-Info, Rathausplatz 4, Tel. (0941)5074410. Auch für 2024 (21. Dezember, 19.30 Uhr) sind Karten für die Veranstaltung im Audimax verfügbar.