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Der letzte Donauschwabe: Karl Beck wurde 95 Jahre alt

29.11.2023 | Stand 29.11.2023, 10:00 Uhr

Karl Beck, einer der letzten Donauschwaben, ist tot. Er wurde 95 Jahre alt. Foto: Wanner/Archiv

Trauer um einen außergewöhnlichen Regensburger: Karl Beck verstarb vor wenigen Tagen. Er wurde 95 Jahre alt. Beck erblickte in Neusatz an der Donau, der heutigen serbischen Stadt Novi Sad, das Licht der Welt. Nun wird Beck, einer der letzten Donauschwaben, am kommenden Mittwoch, 6. Dezember, auf dem Evangelischen Zentralfriedhof (Friedensstraße 12) seine letzte Ruhestätte finden.

Karl Beck hatte ein langes Leben und eine eindrucksvolle Geschichte. MZ-Autor Helmut Wanner hat ihm mehrere Artikel gewidmet. So schrieb Wanner, dass Beck mit 16 Jahren fliehen musste. Im Kalten Krieg fuhr Beck vier Jahre als Matrose auf Schiffen des Bayerischen Lloyds. In Regensburg heuerte er an, bis nach Odessa trieb es ihn. „Nachts sprang ich vom Schiff und schwamm ans Ufer, um zu schauen, wie es bei mir zu Hause jetzt aussieht.“ Sein altes Dorf ist das heutige Zmajévo in Serbien.

Tiefe Verbindung zu seiner Heimat



Beck wurde später Chemiefacharbeiter bei Heyden-Chemie. Der am 24. Januar 1928 geborene Donauschwabe beschäftigt sich sein Leben lang mit der Geschichte der Deutschen, die im 18. Jahrhundert in die untere Donau im heutigen Serbien ausgewandert sind.

Beck war ein Mann mit einer tiefen Verbindung zu seiner Heimat und deren Geschichte. Er brachte vier Bücher heraus: über das Goldene Kreuz und seine Gäste, über Prinz Eugen, dessen Spuren in Regensburg er insgesamt viermal nachweisen konnte und: „Regensburg als Sammelstelle der Auswanderer nach Südosteuropa und Russland“ (Band I und II).

Sein Stammcafé: Das Goldene Kreuz



Das Goldene Kreuz am Haidplatz war nicht nur sein Stammlokal, sondern auch ein Ort der Inspiration. Hier fand er nicht nur die Ruhe, um sein Gedeck zu genießen – eine kleine Tasse Kaffee und ein Glas Wasser – sondern auch die Motivation, seine Forschungsergebnisse zu dokumentieren und zu teilen. Das tat er, obwohl oder gerade weil er kein studierter Historiker war, sondern sich stets als Chemiefacharbeiter in Pension bezeichnete.