Regensburger Altstadtkinos
Die Balance zwischen Mensch und Natur – Das Transitfestival zeigt mehr als 50 Filme

28.10.2023 | Stand 28.10.2023, 17:00 Uhr

Der Film „Animalia“ zeigt, wie Menschen zu Tierhybriden mutieren. Foto: Studiocanal

Von Marie Frank

Seit 15 Jahren findet das Transitfestival jedes Jahr in Regensburg statt. Bis 2019 hieß das Festival noch „Heimspiel“. In den verschiedenen Altstadtkinos werden über eine ganze Woche verteilt mehr als 50 deutsche und internationale Filme gezeigt.

Das ist aber nicht alles: Es werden zum Beispiel auch Gespräche mit Filmemachern, eine Ausstellung, eine Podiumsdiskussion und einige andere Aktionen geboten. Organisiert wird das Festival von einem ehrenamtlichen Team aus Studenten, Medienwissenschaftlern und Cineasten. Es ist aufgeteilt in drei Sektionen.

Jagd nach magischem Fisch

Die Hauptsektion „(NOTHING BUT) LIFE“, die dem Festival auch seinen diesjährigen Namen gibt, stellt Fragen nach den Rahmenbedingungen menschlicher Existenz. Behandelt werden zum Beispiel die Fragen „Was unterscheidet uns von anderen Lebewesen?“ oder „Was zeichnet zwischenmenschliches Handeln aus?“. Der offizielle Eröffnungsfilm „Camping du Lac“, der am 8. November beim Festival Deutschlandpremiere feiert, handelt von der Jagd nach einem magischen Fisch und behandelt dabei die „kippende Balance zwischen Mensch und Natur“.

Centerpiece des Festivals ist der Film „Animalia“. Er zeigt, wie Menschen zu Tierhybriden mutieren. Der Abschlussfilm dieses Jahr ist „City of Wind“, in dem ein jugendlicher Schamane seinen Platz zwischen Ahnenkult und Partynacht in der gegenwärtigen Mongolei sucht. Die weiteren Filme sind unterteilt in die Kategorien „Allzu Zwischenmenschliches“ und „Survive and Thrive“. Insgesamt sind 32 Filme Teil dieser Sektion.

Die Sektion „Retroperspektive: ALL THE GOOD GIRL GO TO HELL“ zeigt zwölf Filme aus fünf Jahrzehnten, die sich der „Dekonstruktion dominanter Narrative widmen“. Es geht um künstlerische und politische Radikalität. Zum Beispiel zeigt das Double Feature „Suzanne, Suzanne“ und „Finding Christa“ kompromisslose, unangepasste „bad girls“ am Rande der Gesellschaft.

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Dämonische Besessenheit

Die Sondersektion des Festivals trägt den Namen „SUCH GREAT HIGHTS“ und orientiert sich am kulturellen Jahresthema von Regensburg: „Höhenflug“. Behandelt werden hier die Auswüchse des menschlichen Wunschs nach Höherem. Die Unterkategorien sind hier „Postheroic Leaderships“, Monochrome and Orgiastic“ und „Chose your Poison“. Zu letzterer Kategorie gehört zum Beispiel der Film „Talk to Me“, in welchem eine Gruppe Jugendlicher dämonische Besessenheit als Partydroge nutzen. Insgesamt gehören zwölf Filme der Sektion des Transitfestivals an.

Das Ziel des Festivals ist, Räume für Diskurs, Dialog, Denken und Wissen zu öffnen und Regensburg zu einem bedeutenden Standort für die Filmkultur in Bayern zu machen. Außerdem gilt es, Filme auszuwählen, die neues Terrain betreten und eine Person verändert aus dem Kinosessel aufstehen lassen.

Das Festival findet vom 8. bis zum 15. November meistens nachmittags und abends statt. Die Preisverleihung findet am letzten Tag des Festivals statt. Zu sehen sind die verschiedenen Filme über die Woche verteilt im Ostentorkino, in der Kinokneipe, im Wintergarten und in der Filmgalerie im Leeren Beutel. Einzeltickets für die Filme sind auf den jeweiligen Veranstaltungsseiten erhältlich. Festivalpässe kosten regulär 49 Euro, ermäßigt 39 Euro und sind entweder online unter www.transit-filmfest.de, im „Leeren Beutel“ oder in der Universität Regensburg (Lehrstuhl für Medienwissenschaften, SHK-Zimmer) erhältlich.