Diskussionsrunde
Ein Fest der Inklusion: Offene Behindertenarbeit setzt ein buntes Zeichen

16.05.2024 | Stand 16.05.2024, 5:00 Uhr

Die inklusive Band PowerPack zeigte beim Familienfest ihr ganzes Repertoire. Foto: Hans-Christian Wagner

„Uns geht es darum, das Thema Teilhabe für alle Menschen wieder in den Vordergrund zu stellen“, fasste Konrad Kett, Leiter der Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Caritas Regensburg, die Intention des bunten Familienfestes der Kooperationsgemeinschaft OBA-Regensburg im Jugendzentrum Arena zusammen.

Kett sprach damit für seine mitveranstaltenden Kollegen von der Lebenshilfe, dem Verein Phönix und KBN Regensburg. Im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Nachmittages mit Musik, Mitmachspielen und Informationsinseln stand der „Kaffeeklatsch“, eine Diskussionsrunde mit Stadt- und Bezirksrätin Wiebke Richter, Rollstuhlfahrer Matthias Krieger und Martin Tischler, Behindertenbeauftragter des Landkreises Regensburg, zur UN Behindertenrechtskonvention.

Diese war vor 15 Jahren als Handlungsempfehlung verabschiedet und nun wieder auf den Prüfstand gestellt worden. „Die Untersuchung zeigt, dass Deutschland immer noch nicht genug tut, um seinen Verpflichtungen nachzukommen“, schreibt dazu „Aktion Mensch e.V.“, die den „Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ in Regensburg gefördert hat.

Zweiklassengesellschaft verhindern



„Die Politik wird nichts ändern, wenn es von der Gesellschaft nicht gefordert wird“, sagte Matthias Krieger beim „Kaffeeklatsch“. Dabei sollten nicht immer die Schwächen gesehen werden, sondern die Frage gestellt werden, was ein Mensch mit Behinderung könne. „Inkludiert ist nicht etwas, was man werden kann, sondern Inklusion sollte man auch als Behinderter selbst betreiben“, so Krieger mit einer klaren Perspektive für Menschen mit Einschränkungen, sich aktiv in den Prozess der Integration einzubringen.

In jedem Falle müsse vermieden werden, durch Parallelstrukturen für behinderte Menschen eine Art Zweiklassengesellschaft zu schaffen, forderte Stadt- und Bezirksrätin Wiebke Richter. Grund dafür, dass das Thema Inklusion in Deutschland noch nicht auf dem gleichen Stand wie in anderen Ländern ist, sei die Tatsache, dass die UN-Behindertenrechtskonvention lediglich eine Handlungsempfehlung, aber kein Gesetz sei.

Keine Vorgaben im Privaten



„Inklusion muss in den Köpfen stattfinden“, so Richter. „Teilhabe ist auch eine Frage der politischen Teilhabe. Es müssen mehr Menschen mit Behinderung in die Parlamente.“ „Wir müssen alle Häuser barrierefrei bauen“, erläuterte Martin Tischler, Behindertenbeauftragter des Landkreises. Während darauf bei staatlich finanzierten Bauten Rücksicht genommen werde, gäbe es im Privaten keine Vorgaben.

Leichte Wetterkapriolen taten dem Erfolg des Festes keinen Abbruch. Flowin K Rollin & Sick Snse und die integrative Band PowerPack sorgten für Stimmung. Die OBA-Dienste präsentierten sich und luden zu Mitmachangeboten ein.