Baseballer siegen im Bayern-Derby
Guggenberger Legionäre behalten gegen München kühlen Kopf und entscheiden zwei enge Partien für sich

16.06.2024 | Stand 16.06.2024, 18:58 Uhr |
Matthias Ondracek

Regensburgs Werfer Pablo Guillen stand in der Schlussphase der Samstags-Partie im Mittelpunkt. Foto: Brüssel

Kurzzeitig kochen die Emotionen hoch im bayerischen Derby in der 1. Baseball-Bundesliga Süd. Am Ende triumphierten die Guggenberger Legionäre jedoch relativ unaufgeregt bei den München-Haar Disciples. 3:2 hieß es am Samstagnachmittag nach einer von den Werfern geprägten Partie. Trotz des knappen Ergebnisses und einiger Sticheleien im Lokalduell agierten die Regensburger mit der Souveränität eines Tabellenführers.

Konzentriert wartete das Team von Trainer Martin Helmig auf seine Chancen und schlug im entscheidenden Moment eiskalt zu. Bereits am Freitagabend hatten die Oberpfälzer in der bayerischen Landeshauptstadt mit 2:0 gesiegt. Durch den Doppelerfolg bauten die Schwabelweiser ihre Siegesserie in der Liga auf sechs Spiele aus und stehen mit einer Bilanz von 16:4-Siegen weiter auf Platz eins.

Im Vergleich zu ihren letzten Aufritten lief der Offensiv-Motor der Legionäre in München-Eglfing eher auf Sparflamme. Was auch der Klasse des Gegners und dessen Werfern geschuldet war. Die Pitcher-Riege von Legionäre-Trainer Helmig und Pitching Coach Michael Wäller bot den Haarern aber die Stirn. So waren in beiden Begegnungen einige wenige Szenen entscheidend. Und genau dann waren die Regensburger zur Stelle.

Zwei knappe Spiele

Am Freitag lieferte Joe Cedano de Leon erneut eine starke Darbietung auf dem Werferhügel ab. Nur einen einzigen Treffer verbuchte die Offensive der Disciples gegen den Nationalspieler. Auch gegen die eingewechselten Patrick Mitchell und Nick Miceli konnten die Gastgeber keinen Hit landen. Die Legionäre mussten sich gegen Haars Juan Salazar ebenfalls lange Zeit gedulden. Nach zwei Unsicherheiten in der Defensive der Hausherren im sechsten Durchgang bot sich mit Devon Ramirez auf dem zweiten Base die Gelegenheit. Antonios Torres fackelte nicht lange, jagte den Ball zum Double ins Leftfield und schickte Ramirez so zum 1:0 über die Homeplate. Den zweiten Run des Abends brachte Marlon Jimenez nach einem Hit von Alex Schmidt im Schlussabschnitt ins Ziel.

Keine Punkte bis ins fünfte Inning



Ähnlich verlief die Partie am Samstag. Bis ins fünfte Inning gelang keiner der beiden Angriffsreihen ein Treffer. Diesmal waren es Haars Ex-Profi Ryan Bollinger und Regensburgs US-Import Aljo Sujak, die sich auf dem Pitching Mound gegenüber standen. Der ehemalige Disciple Daniel Patrice brach schließlich den Damm. Den ersten Zähler der Begegnung verbuchten jedoch die Münchener. Lou Helmig – in ungewohnter Rolle als Werfer – sowie der kurz daraufhin eingewechselte Miceli konnten den Rückstand im sechsen Inning nicht verhindern. „Lou ist eigentlich gelernter Pitcher. Wir wollen ihn in dieser Rolle künftig wieder öfter bringen. Seine Auswechslung war einfach der Situation geschuldet“, fasst Coach Martin Helmig die Gedankenspiele des Trainerstabes zusammen.

Am Ende wird es hitzig

Die Antwort der Regensburger ließ nicht lange auf sich warten. Umgehend sorgten Ramirez und Terrell Joyce mit ihren Schlägen für den Ausgleich. Ein Inning später gab erneut Patrice gegen sein Ex-Team die Initialzündung. Nach seinem zweiten Hit nutzte der französische Nationalspieler Absprache-Probleme der Haarer Verteidigung zur Führung. Kurz darauf erhöhte Eric Harms nach einem Single von Ramirez auf 3:1. Danach wurde es hitzig. Der inzwischen auf dem Werferhügel der Legionäre eingewechselte Pablo Guillen bekam den Frust der Gastgeber zu spüren. Nach einigen heißen Wortgefechten leerten sich beide Spielerbänke. Die Lage beruhigte sich jedoch ohne Feldverweise. „Das gehört zum Baseball dazu. Es sind kleine Nickeligkeiten, die uns aber nicht weiter interessieren sollten. Schlimmer wäre es, wenn ich mich über eine Niederlage ärgern müsste“, erklärt Legionäre-Trainer Helmig nach der Partie. Nichtsdestotrotz schien der Aufruhr nicht gänzlich spurlos an Werfer Guillen vorbeizugehen. Haar verkürzte. Der erfahrene Spanier blieb im entscheidenden Moment anschließend aber cool und beendete die Partie mit einem Strikeout.