Eine Bestzeit im 113. Rennen
Koch, Agyekum, Jungfleisch: Drei Namen sorgten für Gala-Höhepunkte

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 20:30 Uhr

Heißes Duell über 400 Meter Hürden: EM-Hoffnung Emil Agyekum (Nummer 75) lag 18 Hundertstel vor Constantin Preis. Fotos: Brüssel (3)

Dass die Läufe über eine Bahnrunde bemerkenswert werden würden, war am Startfeld abzulesen. Und so sorgten die Berliner Emil Agyekum mit Hürden und Marc Koch ohne für zwei Höhepunkte der Sparkassen-Gala im Universitätsstadion in Regensburg. Mit Marie-Laurence Jungfleisch tauchte kurzfristig auch ein sehr bekannter Hochsprung-Name in der Liste auf. Ihr Oberpfalz-Trip verlief allerdings nicht so gut: Die Dauerbrennerin bei EM, WM und Olympia im vergangenen Jahrzehnt wird auf alle Fälle die Europameisterschaften von Rom, (7. bis 12. Juni) verpassen. „Und von den für Olympia in Paris geforderten 1,97 Meter bin ich momentan weit weg“, sagte die 33-jährige Stuttgarterin nach den 1,81 Metern von Regensburg.

Dauerbrenner bei der Gala

Blendend gelaunt war Marc Koch. „Eine PB laufen macht immer Spaß.“ Der Berliner war mit dem Ziel der EM-Bestätigungsnorm von 46,20 angereist, lief die 400 Meter ein Zehntel schneller und gab zu: „Geliebäugelt hatte ich sogar mit unter 46.“ Ein Geschenk an sich selbst war es trotzdem für den Mann, der ein Dauerbrenner in Regensburg ist („2012 war das erste und insgesamt das achte, neunte Mal“) und am Tag zuvor seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte. „Wäre schon lustig gewesen, wenn ich am ersten Tag in der M30 auch das erste Mal unter 46 gerannt wäre.“ Marc Koch hatte übrigens im IAA-Profil vor der Gala die Zahl seiner Auftritte nachgezählt. „Das war heute das 113. Rennen meiner Karriere.“

Marc Koch hofft, über das Ranking noch einen Einzelstartplatz für die EM in Rom zu ergattern. „Und wenn nicht bei einer EM, wo dann, soll man mal über sich hinauswachsen?“, fragt er. „Das ist die Idee und der Plan.“ Mit der Staffel („Wir haben viel auf den Sack bekommen“) ist der Auftritt so oder so nach dem Auftritt bei den World Relays auf den Bahamas gesichert. „Danach war ich mental und körperlich müde. Es war ja auch emotional, weil wir das Olympia-Ticket geholt haben.“

Die so viel gescholteten 400-Meter-Läufer rechnen sich in der Staffel, die einst eine deutsche Paradedisziplin war, auch Chancen aus. „Wir können eine Medaille holen. Das ist ein machbares und realistisches Ziel. Wir müssen gesund bleiben, dranbleiben und mal zum richtigen Moment zuschlagen“, sagt Koch. „Zumal wir mit Jean Paul ja noch jemanden haben, der anschieben kann.“ Besagter Jean Paul heißt mit Nachnamen Bredau und hatte im vergangenen Jahr als erster Deutscher seit über 20 Jahren die 45er-Marke unterboten.

„Wenn’s gut läuft“, denkt auch Emil Agyekum auf der Hürdenstrecke an EM-Edelmetall. „Vergangenes Jahr bin ich hier unter 49 gelaufen, das hat diesmal nicht ganz geklappt“, war der am vergangenen Mittwoch 25 Jahre gewordene Langsprinter nicht ganz zufrieden, hatte aber immerhin das Duell gegen Constantin Preis mit 18 Hundertstel für sich entscheiden. „Jetzt steht es in diesem Jahr eins zu eins. In der Gesamtwertung ist er, glaube ich, aber knapp vorne.“

Agyekum, der die Meditation liebt und sich seit seiner Kindheit auch für Anime und Manga interessiert, tut auch das nicht ohne Grund. „Angefangen hat es mit Drangonballs. Das inspiriert mich: Die gehen an ihre Grenzen. Ich will das auch und versuchen, immer weiter zu kommen. Das Ziel ist immer, der Allerbeste zu werden, sonst würde ich das nicht machen. Aber da ist noch viel Luft nach oben.“

Talentesucherin in spe

Derweil hatte Marie-Laurence Jungfleisch mit ungewohnten Anlaufproblemen zu kämpfen. „Trotzdem war es schön hier zu springen. Es macht immer noch Spaß,ich bin immer noch ehrgeizig, sonst würde ich ja nicht vier Stunden hierher fahren.“ Dennoch ist die zweimalige Olympia-Teilnehmerin in der Übergangphase zum Karriereende. „Irgendwann geht es auch zu Ende.“ Eine Option für die Zukunft ist es, Kinder an den Sport heranzuführen: Jungfleisch studiert Grundschul-Lehramt. „Nächstes oder übernächstes Jahr geht es wohl ins Referendariat für mich.“