Lokalmatadorin siegt
Maria Brandt wollte eigentlich nie den vollen Marathon in Regensburg laufen

13.05.2024 | Stand 13.05.2024, 9:42 Uhr

Lokalmatadorin Maria Brand hat beim Zieleinlauf nach 42,195 Kilometern genug Kraft um für das Siegerfoto zu lächeln. Foto: altrofoto.de

Das dramatische Ende bei den Männern übertönte fast, dass nach 2:38:23 Stunden die erste Frau über die Ziellinie lief: Maria Brand von der LG Telis Finanz Regensburg. Sie dominierte das Feld und lief 14 Minuten schneller als die Zweitplatzierte Meike Freudenreich.

Brand war beim Regensburg-Marathon bislang als Dominatorin über die Halbmarathon-Distanz, in der sie sich auch kürzlich den Landestitel holte, bekannt. Bei den Ausgaben des Regensburg Marathons 2022 und 2023 siegte sie über die 21 Kilometer. Doch damit war dieses Jahr Schluss.

„Ich habe immer gesagt, ich laufe in Regensburg nie einen Marathon“, erzählt Brand. „Halbmarathon ist echt cool, aber Marathon bitte niemals“, dachte sie sich. Brand scheute die Marathondistanz allerdings nicht, weil sie diese nicht laufen könnte. Sie ist eine ausgesprochen gute Langstreckenläuferin.

Zu warm für 42,195 Kilometer

„Seit ich mich erinnern kann, war es beim Regensburg Marathon immer brutal heiß“, sagt Brand. Sie hatte bisher immer Angst vor der Hitze. Dass es dieses Jahr dann doch die volle Marathondistanz geworden ist, liegt an Brands Saisonplanung. Sie will im September den Berlin Marathon laufen. „Das hat vom Trainingsabschnitt perfekt gepasst, dass ich hier schon mal einen Test mache und schaue, wie es läuft“, sagt Brand.

Am Wettkampftag lief es noch besser als geplant. Brand fühlte sich bis zum letzten Meter fit und konnte den besonderen Marathon durch ihre Heimatstadt genießen. „Das ist eigentlich ziemlich verrückt“, sagt Brand.

Das Warten auf den „legendären Mann mit dem Hammer“

Verrückt findet sie, dass es bis zum Ende Spaß gemacht hatte. „Ich habe ab Kilometer dreißig die ganze Zeit auf den legendären Mann mit dem Hammer gewartet“, sagt Brand. Doch der kam nicht. „Wenn es so auch in Berlin läuft, bin ich echt happy.“

Dass Brand mal eine so gute Läuferin werden würde, war lange Zeit nicht abzusehen. Sie fing erst mit 17 Jahren mit dem Laufsport an. Anfangs joggte sie mit Freundinnen um den Block. „Dann wurde aus joggen irgendwann laufen“, erzählt sie.

Ganz fern war ihr die Leichtathletik jedoch nicht. Ihre Mutter war 800-Meter-Läuferin. Diese besucht Maria Brand zur Feier des Tages. „Ich fahre jetzt zu meiner Mama und verbringe mit ihr noch einen schönen Muttertags-Nachmittag.“