Warum wurde Route genehmigt?
Regensburg: Querdenker-Demo prallt direkt auf Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang

05.10.2023 | Stand 06.10.2023, 15:26 Uhr |

Immer wieder demonstrieren Querdenker in Regensburg – so wie hier im Juli am Bayernmuseum. Foto: Philip Hell

Am Samstag stoßen am Bismarckplatz in Regensburg zwei Welten aufeinander. Während zwischen 14.30 und 16 Uhr Grünen-Chefin Ricarda Lang spricht, zieht eine Demonstration vorbei, die sich gegen die Politik der Ampel-Regierung richtet und der sogenannten Querdenker-Bewegung zugerechnet wird.



Die Einladung zu dieser Demonstration kursiert auch in Telegram. Dort wurde es in Gruppen geteilt, in denen während der Pandemie über Anti-Corona-Demonstrationen informiert wurde. Menschen, die an diesen Kundgebungen teilgenommen haben, wurden landläufig als Querdenker bezeichnet. Heute wende sich die Teilnehmer gegen Waffenlieferungen, die WHO – und die Ampel-Regierung in Berlin.

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Die Demo setzt sich um 15 Uhr am Dultplatz in Bewegung und geht laut Stadt erst zum Bayernmuseum. Später passiert sie den Bismarckplatz. Die beiden Kundgebungen werden sich also sehr nahe kommen. Ein Sicherheitsrisiko? Nicht, wenn es nach der Stadt geht. Eine Sprecherin teilt mit, dass bislang keine Anhaltspunkte für eine „drohende unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung“ vorlägen. Erst bei entsprechenden Hinweisen könne man die Kundgebungen verlegen. Ein Sicherheitsrisiko sei auch dann nicht vorhanden, wenn sich die Versammlungen nahe kommen und es „laut“ werde. Darüber hinaus könne die Polizei ein unmittelbares Aufeinandertreffen verhindern.

Konfrontation mit Querdenkern: Kopfschütteln bei den Grünen



Bei der Polizei hält man sich bedeckt. Ein Sprecher sagt auf Anfrage, dass man sich nicht zur Einsatztaktik äußere. Man beziehe aber vorliegende Erkenntnisse in die Planung mit ein.

Bei den Grünen stößt die Kollision auf Unverständnis. Sprecher Oliver Groth: „Wir haben ja im bisherigen Wahlkampf gesehen, was alles passieren kann.“ Die Partei wurde in den vergangenen Monaten immer wieder attackiert. Groth stellt allerdings auch fest: „Wir haben auf die Stadt keinen Einfluss.“

Der Protestzug wird von Gegendemonstranten begleitet. Entsprechende Kundgebungen finden um 13 Uhr (Dultplatz) und um 15 Uhr (Hunnenplatz) statt.

ph