Junge Künstler
Regensburg vergibt Musikpreise an Nachwuchsmusiker – Gemeinsames Konzert am Freitag

09.10.2023 | Stand 09.10.2023, 19:00 Uhr |
Michael Scheiner

Preisträger und Vertreter der musikalischen Bildungsinstitutionen mit Kulturreferent Wolfgang Dersch (vorne rechts) Fotos: Scheiner

„Jetzt versteht man, warum er Kulturreferent ist“, befindet Musikschulleiter Wolfgang Graef mit anerkennendem Lachen über seinen Nebenmann Wolfgang Dersch. „In seiner Einführung hat er eigentlich schon alles gesagt.“

Die beiden Kulturmacher sitzen zusammen mit Ralf Müller, Graefs designiertem Nachfolger, und Sponsor André Zitzelsberger im Konzertsaal des Hauses der Musik am Tisch. Bei einer Pressekonferenz sprechen sie über den Musikpreis der Stadt Regensburg und stellen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger vor.

Hinter ihnen, auf dem Podium drei Stühle und Notenpulte für „die, um die es heute geht, die wichtigsten Personen hier“, hebt Dersch mit Nachdruck hervor. Diese drei sind Jonas Dollinger, Moritz Hilgers und Matej Minar, die zusammen das Gitarrentrio der Sing- und Musikschule bilden. Sie gehören zu den insgesamt 14 jungen Instrumentalisten und Sängern, die am Freitag um 19 Uhr beim Preisträgerkonzert im Neuhaussaal ihre Urkunden von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer erhalten. Umrahmt wird das Konzert, bei dem die Ausgezeichneten „mehr als nur eine Kostprobe ihres Könnens“ präsentieren können, zusätzlich von einem Auftritt des Vokalensembles StimmGold. Der Eintritt ist frei, Karten können unter Telefon 507-1465 reserviert werden.

Farbenreiche Interpretation

Zum Auftakt der eher nüchternen Pressekonferenz spielte das Gitarrentrio den eindringlichen Tanz Nr. Eins, Danza espanola n.o 1 Minueto, den der spanische Komponist Enrique Granados ursprünglich für Klavier geschrieben hat. Ihre farbenreiche Interpretation weckte bei vielen der anwesenden Vertreter von Institutionen und musischen Bildungseinrichtungen den Wunsch nach mehr.

„Welcome“, grüßte Dersch anschließend salopp in die Runde und dankte den jungen Musikern für ihre Darbietung. „Preise sind ganz schön“, stieg er ohne Umschweife mitten ins Thema, „aber junge Leute brauchen das Geld.“ Damit wandte er sich gleich mit einem „großen Dank“ an André Zitzelsberger, Vorstand der Oswald Zitzelsberger Kunst- und Kulturstiftung. Diese fördert in diesem Jahr bereits zum vierten Mal, wie sich Zitzelsberger zu Graef gewandt vergewissert, die Preisvergabe durch die Bereitstellung von Preisgeldern. „Diese“, und dabei waren sich Dersch und Graef mit den Institutionenvertretern einig, „werden für Instrumente, die Teilnahme an Wettbewerben und andere notwendige Anschaffungen benötigt“.

Das Geld, auch darin stimmten die Teilnehmer überein, ist gut angelegt, denn damit werden die seit Jahren anhaltend „guten Leistungen der Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet“. Zudem bestätigen die Preise die jungen Leute in ihrer Bereitschaft und Motivation zum Lernen und Üben. Dadurch würden aber „nicht nur finanzielle Anreize geschaffen“, unterstrich Kulturreferent Dersch, „sie stellen auch ein Sprungbrett für musikalische Karrieren, weit über das Studium hinaus, dar“. Viele der mit dem Musikpreis der Stadt Regensburg in den vergangenen Jahren ausgezeichneten jungen Musizierenden haben mittlerweile ein Musikstudium an bedeutenden Hochschulen in München, Salzburg, Augsburg oder anderen Städten aufgenommen. Damit konnten sie als Musiker, Künstler oder Pädagogen beruflich Fuß fassen.

Ralf Müller verwies auf die Fagottspielerin Amrei Tribula, Preisträgerin der Hildegard-Schmalzl-Musikstiftung, „wo ich Botschafter für die Oberpfalz bin“. Tribula könne heute nicht mit dabei sein, sie habe inzwischen ein Studium in Linz aufgenommen.

Nur ein Gegenüber

Es habe sich gezeigt, erläutert Zitzelsberger den Entscheidungsprozess, „dass hier beim Musikpreis eine gleichbleibend hohe Qualität und Förderwürdigkeit besteht“. Zudem erleichtere die Zusammenarbeit der beteiligten Bildungsinstitutionen die Bereitschaft zu fördern, weil man ein Gegenüber und nicht mehrere konkurrierende Einrichtungen habe. Das gemeinsame Auftreten als Musikpreis der Stadt Regensburg, der in verschiedenen Kategorien vergeben werde, sei „ein Alleinstellungsmerkmal“ unter allen bayerischen Kommunen, betonte Graef.

Neben dem Gitarrentrio der Sing- und Musikschule werden am Freitag auch die Harfenistin Paula Juhasz Böss und Constantin Brandscherdt geehrt, die bei der Pressekonferenz das „wunderschön romantische“ „L`heure exquise“ des französischen Komponisten Reynaldo Hahn vorstellten. Weitere Preisträger sind der Bassbariton Jakob Bauer von den Domspatzen, das Celloquartett Bachstreet Boys mit Jakob Helbich, Benedikt Schäfer, Korbinian Seibold und Sebastian Stoiber von der Hochschule für katholische Kirchenmusik und das Pop-Duo Byrd Dhillon mit Stefan Maximilian Müller und Jan-Felix Rohde aus dem Bereich freie Kategorie.