Rupert Karl ist tot
Regensburg verliert einen Kämpfer für Senioren und einen Streiter für den Regionalfußball

22.08.2023 | Stand 12.09.2023, 23:03 Uhr |

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats Rupert Karl ist überraschend im Alter von 75 Jahren verstorben. Foto: Micha Matthes/Archiv

Der Fußball-Funktionär und Ehrenamtler Rupert Karl starb überraschend im Alter von 75 Jahren. Die Trauer in der Stadtgesellschaft und darüber hinaus ist tief.

Herber Verlust für das Ehrenamt, die Regensburger Kommunalpolitik und für den Fußball: Rupert Karl ist überraschend mit 75 Jahren verstorben. „Mich hat die Nachricht schockiert und getroffen“, sagte Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein. In ihr Ressort fällt auch der Seniorenbeirat, dem Karl seit August vergangenen Jahres vorstand. „Ich habe ihn in der kurzen Zeit, in der er Vorsitzender war, sehr geschätzt.“

Noch am 19. Mai dieses Jahres hatte Freudenstein ihm – wie viele andere Regensburger – zum 75. Geburtstag gratuliert. Die CSU-Politikerin findet für den früheren SPD-Mann und späterem Brücke-Vorstandsmitglied Karl nur lobende Worte: „Er war sehr engagiert, hat viele neue Ideen eingebracht und hatte vor allem noch ganz viel vor“, sagte die Bürgermeisterin. Und weiter: „Das ist für die Seniorenarbeit in Regensburg ein ganz großer Verlust. Ich und viele andere haben ihn vor allem auch menschlich sehr geschätzt.“

„Ich bin erschüttert und habe heute auch lange mit seiner Frau telefoniert“, sagte Brücke-Fraktionsvorsitzender Joachim Wolbergs. „Wir verlieren alle, aber auch ich persönlich einen super Freund, einen loyalen Weggefährten, vor allem aber einen tollen Menschen“, sagte Wolbergs weiter. So viele Menschen hätten von Karls Persönlichkeit profitiert. „Er hat sich über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich engagiert wie kaum jemand anders“, so Wolbergs weiter. Er sprach von einem „totalen Verlust für die Stadt. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, der Familie und den Freunden“, schloss Wolbergs.

Der SPD-Bezirksvorsitzende Sebastian Koch sagte zum Tod des Regensburgers: „Rupert hat zwar im Zuge der Wolbergs-Wirren die SPD verlassen und ist zur Brücke gegangen, aber er blieb im Herzen immer Sozialdemokrat, der uns unterstützte.“ Seine Charakterisierung des Regensburgers lautet so: „Er war eine Legende des regionalen Fußballs und ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit!“

Betroffenheit herrschte auch im Regensburger Seniorenbeirat: „Erst vor einer Woche war ich noch bei ihm im Krankenhaus und habe ihn besucht“, sagte sein Vorgänger im Amt, Josef Mös zur MZ. Dabei zeigte er ihm sogar die Urkunde, die Mös als Ehrenvorsitzender bekommen sollte: „Er war ein Mensch, der nicht laut war, aber viel bewegt hat“, sagte Mös. Für Karl seien die Anliegen der Senioren ganz wichtig gewesen und er habe sich mit seinem Vorgänger eng abgesprochen, wie man diese noch weiter unterstützen könne. „Er war ein sehr feiner Mensch“, schloss Mös.

Auch der Bayerische Fußballverband drückte am Dienstag sein tiefes Bedauern über das unerwartete Ableben Karls aus. Der Fußballbezirk Oberpfalz und insbesondere der Fußballkreis Regensburg trauern um Karl, hieß es in einer Mitteilung. Der langjährige Kreis-Vorsitzende, der zuvor als Gruppen- und Kreis-Spielleiter im Herrenbereich sowie als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter beim Bayerischen Fußball-Verband tätig war, verstarb plötzlich und unerwartet, hieß es weiter. Sein langjähriges Engagement im Sport wurde mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt, unter anderem mit der DFB-Verdienstnadel.

Ex-BFV-Präsident Rainer Koch hatte Rupert Karl einst als „leidenschaftlichen, perfekten Kreis-Vorsitzenden“ gewürdigt. Und Bezirksvorsitzender Thomas Graml hatte beim Kreistag 2022 von „Fußspuren eines Dinosauriers“ gesprochen, die Rupert Karl hinterlassen habe. Seinen Funktionärsruhestand konnte er leider nur kurz genießen. Mit ihm verliert die Regensburger Fußballerfamilie eine souveräne Leitfigur, einen gefragten Ratgeber und einen väterlichen Freund, hat der Fußballverband am Dienstag mitgeteilt. Der Verband werde Rupert Karl „ein ehrendes Gedenken bewahren“, hieß es abschließend.