Science Slam im Degginger
Startschuss für Nachhaltigkeitswoche: Gemeinsam an der Stadt der Zukunft arbeiten

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 19:00 Uhr |
Martina Groh-Schad

Das Moderatoren-Duo Tobias Ostermeier (rechts) und Melanie Rainer zusammen mit der Slammerin Prof. Mandy Singer-Brodowski vom Fachbereich Bildungswissenschaft der Universität Regensburg, die eine aktuellen Forschungsarbeit innerhalb von sechs Minuten vorstellte. Foto: Martina Groh-Schad

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Regensburg und der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) hat Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer im Degginger die Nachhaltigkeitswoche eröffnet.

Unter dem Motto „Stadt der Zukunft – Zukunft der Stadt“ finden bis zum Sonntag Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops statt sowie am Wochenende die Nachhaltigkeitsmeile mit Jazz-Brunch und Upcycling-Modenschau auf dem Donaumarkt. Etwa 30 Initiativen, Vereinen und Verbänden sowie Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft beteiligen sich, um das Thema Nachhaltigkeit in allen Dimensionen zu fördern.

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Ein Feuerwerk an Ideen

Zum Auftakt fand ein Science Slam statt, bei dem Wissenschaftler von OTH und Universität ihre aktuellen Forschungsarbeiten rund um Nachhaltigkeit vorstellten. Mit dem Ruf „drei-zwei-eins Science Slam“ wurden sie vom Moderatorenduo Melanie Rainer und Tobias Ostermeier sowie dem Publikum auf die Bühne gerufen und hatten jeweils sechs Minuten lang Zeit, das Publikum von ihren Forschungsarbeiten zu überzeugen. Sechs Slammer nutzten die Chance und so prasselte auf die Besucher ein Feuerwerk an Ideen und Projekten nieder.

Die Teilnehmer kamen aus den Fachbereichen Bildungswissenschaft, Betriebswirtschaft, Sozial- und Gesundheitswissenschaft, Humanmedizin und Immobilienwirtschaft. Das Spektrum ihrer Forschungsarbeiten reicht von Maßnahmen, um Energiesysteme zu optimieren über Möglichkeiten, Menschen besser über Nachhaltigkeit zu informieren bis hin zur Verbesserung der Zusammenarbeit in Unternehmen zwischen den Abteilungen für Nachhaltigkeit und für künstlicher Intelligenz.

Ihr Grußwort nutzte die Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, um beispielhaft auf aktuelle gesellschaftliche Krisen aufmerksam zu machen wie gestiegene Lebenshaltungskosten und gestörte Wirtschaftskreisläufe. Sie wies auf den zunehmenden Rassismus und Übergriffe auf queere Menschen hin. „Wir dürfen uns unseren Optimismus nicht nehmen lassen“, betonte sie. „Gemeinsam können wir an der Stadt der Zukunft arbeiten.“ Ihre Worte verband sie mit Dankbarkeit gegenüber den Aktiven, durch deren Engagement Nachhaltigkeit für alle greifbar werde.

Hochschulen gehen voran

Prof. Andreas Roider als Nachhaltigkeitsbeauftragter der Universität erinnerte daran, dass die Reihe auf dem Engagement von Studenten beruhe. Am Campus sei es bereits das sechste Mal, dass die Nachhaltigkeitswoche durchgeführt werde, zum vierten Mal nun in Kooperation mit der Stadt. „Unsere Lehre bekommt dadurch mehr Sichtbarkeit“, sagt er.

An der Uni werde aktuell ein neues Zusatzstudium zur Nachhaltigkeit angeboten, man betreibe aktiv eine stärkere Vernetzung von Forschung und Lehre und seit dem letzten Jahr sei eine Klimaschutzmanagerin im Amt. Für die OTH Regensburg sagte der Präsident, Prof. Ralph Schneider: „Es besteht Handlungsbedarf, wir müssen als Hochschule vorangehen.“ Ihm sei wichtig, dass kein Student die Hochschule ohne Kenntnisse zum Thema Nachhaltigkeit verlasse.

Alte Smartphones recyceln



Vortrag: Technologierohstoffe sind knapp und teuer. Eine effiziente Kreislaufwirtschaft kann die Abhängigkeit von unsicheren Lieferketten und oftmals instabilen Förderländern deutlich reduzieren. In seinem Vortrag wird Prof. Mario Mocker morgen um 18 Uhr im M26 aufzeigen, welche wertvollen Rohstoffe in Elektro- und Elektronik-Altgeräten enthalten sind, und Rückgewinnungsverfahren am Beispiel ausgedienter Mobiltelefone vorstellen. Vor Ort gibt es eine Handy-Sammelaktion für funktionsfähige Altgeräte.
Referent: Mario Mocker ist in Amberg aufgewachsen und studierte Chemie an der LMU München. Nach der Promotion war er 19 Jahre im Institutsteil Sulzbach-Rosenberg des heutigen Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT tätig. Seit 2012 lehrt und forscht er unter anderem auf den Gebieten Abfall- und Ressourcenwirtschaft, thermische Abfallverwertung und Phosphorrückgewinnung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden