Kritik an Fremdfirma
Streik am Uniklinikum Regensburg: KDL verspricht Tarifangebot am 26. Juni

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 17:00 Uhr |

Vor drei Wochen zogen KDL-Beschäftigte in einem Protestmarsch von Verdi durch Regensburg. Foto: Unrecht, Archiv

Fast zwei Monate streiken die Servicebeschäftigten am Uniklinikum Regensburg schon. Jetzt verspricht Philipp Atzler, Chef der Krankenhaus-Dienstleistungsgesellschaft (KDL), am 26.Juni ein erstes Tarifangebot vorzulegen. Die Beschäftigten reagieren mit einer Reduzierung der Streiktage.

„Als Arbeitgeber teilen wir die gewerkschaftliche Meinung, dass unsere Beschäftigten durch hohe Inflation und steigende Preise finanziell stark belastet sind“, schreibt Atzler in einer Mitteilung und betont, an „ernsthaften Verhandlungen“ hin zu höheren Löhnen für alle KDL-Beschäftigten interessiert zu sein.

IG Bau verhandelt bald für Gebäudereiniger



Wie hoch die angebotene Lohnerhöhung am 26. Juni ausfallen wird, könne er noch nicht sagen, erklärt Atzler auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir müssen gerade noch rechnen“, sagt er. Ob sich die KDL mit Blick auf die wirtschaftliche Situation eine Lohnerhöhung leisten könne oder die Klinik einspringen müsse, „das wird sich zeigen“. Es deute sich aber an, dass die Verhandlungen auf einen Haustarifvertrag herauslaufen würden, sagt Atzler. „Nachdem wir noch nicht über Zahlen Daten und Fakten gesprochen haben, kann ich noch keine Einschätzung treffen, ob es harte Verhandlungen werden.“

Bereits am Dienstag also acht Tage vor dem Angebot der KDL, startet die IG Bau bundesweit Verhandlungen für einen neuen Gebäudereiniger-Tarifvertrag. Nach diesem werden die KDL-Beschäftigten bislang bezahlt. Orientieren werde man sich beim künftigen Regensburger Haustarifvertrag an den Verhandlungen aber nicht, sagt Atzler, „aber wir beobachten das natürlich“.

Weniger Streik, aber Ärger mit Reinigungsfirma



Die Servicekräfte zeigen sich optimistisch, so Betriebsratsvorsitzende Nelli Nentschuk – auch wenn man wisse, dass erste Angebote von Arbeitgebern in Tarifstreits selten zufriedenstellend seien. Wie versprochen wurden nun die Streiktage reduziert, sagt Nentschuk „nicht vier, fünf Tage die Woche, sondern nur noch zwei“. Gestern und heute wird gestreikt, morgen gehe die Arbeit normal weiter.

Eine Verstimmung gibt es jedoch noch: Seit Montag seien rund 15 Reinigungskräfte einer Fremdfirma in der Klinik, sagt Nentschuk. Die Beschäftigten sorgen sich, dass es sich um Streikbrecher handle. Für heute haben die unzufriedenen Angestellten ein Gespräch mit der Klinikspitze vereinbart.

dp