Stolz und Vorurteil
Theaterpredigt im Antoniushaus: Frauenbilder näher beleuchten

05.02.2024 | Stand 05.02.2024, 16:34 Uhr
Alexandra Wessel

Die Darsteller bei der zweiten Theaterpredigt: Schauspieldirektorin Antje Thoms (Mitte), City-Pfarrerin Dr. Gabriele Kainz (2.v.r.), sowie die drei Vortragenden Thomas Mehlhorn (l.), Silke Heise (2.v.l.) und Guido Wachter (r.) Foto: Lexa Wessel

Das Publikum wartete gespannt auf die zweite Runde des neuen Formats in Regensburg, eingeführt durch das Theater Regensburg in Kooperation mit der Kirche St. Anton: In einer Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit brachten die Darsteller die zweite Theaterpredigt auf die Bühne des Theaters im Regensburger Antoniushaus, der Interimsspielstätte des Theaters Regensburg.

Die Theaterpredigt bezieht sich stets auf ein Theaterstück, das aktuell im Antoniushaus zu sehen ist. Die etwa einstündige und eintrittsfreie Theaterpredigt knüpfte nun an die Inszenierung des Erfolgsstückes „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“ an, eine Komödie von Isobel McArthur nach Jane Austen, Inszenierung Daniel Foerster. Die Premiere war am 27. Januar.

Schauspieldirektorin und Moderatorin Antje Thoms begrüßte zu Beginn die Zuschauer. Den Predigtteil übernahm dieses Mal City-Pfarrerin Gabriele Kainz. Eingerahmt wurde die Theaterpredigt von Interview-Texten, welche die Rolle der Frauen in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften beleuchtet haben.

Tausenden Frauen eine Stimme gegeben



Verschiedene Textausschnitte (aus dem Buch „Woman: Was wir erleben, träumen, hoffen“) wurden im Wechsel von den drei Vortragenden Silke Heise, Thomas Mehlhorn und Guido Wachter gelesen. Tausenden Frauen weltweit wird mit diesen Interview-Texten eine Stimme gegeben. Berührende Interviews mit Frauen aus allen Bevölkerungsschichten und aus variierenden Ländern zeigen, was ihre Herzen weltweit bewegt. Die Statements der weiblichen Stimmen spannen einen weiten Bogen: Von der Bedeutung von Weiblichkeit über Gewalt in Beziehungen und potenzieller Gefahr aufgrund weiblicher Körperattribute bis hin zur feministischen Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und Gleichberechtigung.

Klassiker in witzige Pop-Komödie verwandelt



Die vorgelesenen Statements zeigen die Ansprüche, die an Frauen in der Gesellschaft gestellt werden, so Pfarrerin Kainz. Das Theaterstück „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“ verwandelt den Klassiker über Mrs Bennets fünf Töchter, die, wie damals üblich, bald heiraten sollen und im Laufe der Geschichte Mr Bingley und dessen Freund Mr Darcy kennenlernen, in eine witzige Pop-Komödie und eine moderne Geschichte über weibliche Selbstermächtigung. In der Gesellschaft sollten Männer und Frauen gleichberechtigt und gleich viel wert sein, ohne Rollenbilder. Es brauche, so Kainz, gleiche Chancen, Respekt und Freiheit. Doch jeder Mensch sei anders mit anderen Bedürfnissen, auf die man auch eingehen müsse.