Spende
Zehn Gelenkbusse für Odessa – Stadtwerke stellen alte Fahrzeuge der Partnerstadt zur Verfügung

06.10.2023 | Stand 11.10.2023, 13:45 Uhr |

Unterstützung in Notlage: Odessas Oberbürgermeister Gennadiy Trukhanov (3. v. l.) nahm von seiner Regensburger Amtskollegin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Mitte) und Vertretern des Stadtwerks die ersten fünf Gelenkbusse in Empfang. Foto: Michael Stelzl

Von Michael Stelzl

Auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke Regensburg fand am Montag die offizielle Übergabe der ersten fünf Busse an die ukrainische Partnerstadt Odessa statt. Weitere fünf sollen bald folgen, sind aktuell aber noch in Betrieb. Da die Stadtwerke künftig auf E-Mobilität setzen, werden die Busse – Baujahr 2007 – der Partnerstadt zur Verfügung gestellt.

Der Restwert beträgt etwa 15000 Euro pro Fahrzeug: „Eine schöne Summe, aber der praktische Nutzen in Odessa ist wesentlich höher“, erklärte Sandra Schönherr, Betriebsleiterin der Stadtwerk.Regensburg Mobilität GmbH. Etwa 600000 Kilometer sind die Busse bereits gefahren, weitere 400000 bis 600000 sollen problemlos möglich sein. „Es ist immens wichtig, auch in Kriegszeiten die lokale Infrastruktur aufrechtzuerhalten“, sagte Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer. „Wir machen alles, um in der Krise als Partnerstadt zu helfen.“ Odessas Oberbürgermeister Gennadiy Trukhanov betonte die fortlaufende Unterstützung und die Bedeutung dieser Partnerschaft: „Ich habe das Gefühl, heute im Freundeskreis zu sein.“

Odessa ist mit rund einer Million Einwohner die drittgrößte Stadt der Ukraine und seit 1990 eine Partnerstadt von Regensburg. Seit der russischen Invasion im Frühjahr 2022 gelangten bereits Hilfsgüter im Wert von über 10 Millionen Euro aus dem Regensburger Raum in die Ukraine. Die Stadt selbst überführte bereits mehrere Kommunalfahrzeuge, Pick-Ups und ein Ambulanzfahrzeug nach Odessa. Trukhanov versicherte der Oberbürgermeisterin, dass alle Gefährte im Einsatz seien.

Die Überführung der Fahrzeuge übernimmt Space-Eye, ein gemeinnütziger Verein für humanitäre Hilfe. Trukhanov betonte, dass die barrierefreien Busse eine enorme Bedeutung für die Inklusion kriegsversehrter Soldaten haben: „Wir haben zwar eine Straßenbahn in Odessa, diese ist jedoch nicht barrierefrei. Die neuen Busse werden wesentlich dazu beitragen, dass Menschen in Rollstühlen weiterhin am öffentlichen Leben teilhaben können.“

Die Fahrzeuge sollen zwar vorwiegend für den ÖPNV verwendet werden, können aber auch für die Rettung von ukrainischen Binnenflüchtigen aus Kriegsgebieten eingesetzt werden. Nach Unterzeichnung der Schenkung überreichte Trukhanov Dankesmedaillen an Manfred Koller, Geschäftsführer der Stadtwerke, und Michael Buschheuer, Gründer und Vorstand von Space-Eye. Zum Abschluss der Veranstaltung gab es eine Testfahrt über das Gelände der Stadtwerke; Schönherr setzte sich dazu selbst ans Steuer.