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Sitzen ist das neue Rauchen

Bewegungsmangel am Arbeitsplatz ist ein gesundheitlicher Risikofaktor. Der Pausenexpress schafft Abhilfe.
Miriam Lange, Gesundheitsmanagerin

Regensburg.Vielsitzer weisen laut einer Studie ein um 80 Prozent erhöhtes Sterberisiko auf. Doch schon 15 Minuten Bewegung pro Tag reichen aus, um es deutlich zu senken (Hollstein 2019). Dieser Tatsache folgend bieten Mitgliedshochschulen des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) seit nunmehr 10 Jahren ein niedrigschwelliges Bewegungsprogramm an, um den Mitarbeitenden von mittlerweile 41 nationalen Hochschulen eine gesunde Alternative zum Dauersitzen aufzuzeigen. Die einfachen, maximal 15 minütigen Übungen helfen, den stressigen Arbeitsalltag zu meistern, muskuläre Verspannungen zu lösen und einer einseitigen Arbeitshaltung entgegenzuwirken. Gleichzeitig wird das physische sowie psychische Wohlbefinden gesteigert.

Seinen Ursprung hatte das Projekt in den Hochschulsporteinrichtungen der Universitäten Potsdam, Paderborn, Wuppertal und Aachen. Die Hauptamtlichen und Studierenden entwickelten 2009 zusammen mit Medizinern ein Konzept zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Mit der Idee eines mobilen Trainings war der Pausenexpress geboren. Angesichts der rasch wachsenden Nachfrage wurde die Betreuung und Weiterentwicklung des Bewegungsangebots 2010 an den adh übergeben. Seitdem bildet der adh alle zwei Jahre Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus und erarbeitet mit interessierten Hochschulen Konzepte zur Umsetzung an den jeweiligen Standorten. Darüber hinaus wurde das Projekt an einigen Universitäten bereits auf die Zielgruppe der Studierenden übertragen. So können all jene vom Pausenexpress profitieren, die viel Zeit im Sitzen verbringen. Inzwischen hat sich der Pausenexpress als eine Maßnahme im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung etabliert, an der sich auch Unternehmen außerhalb des Hochschulsektors orientieren können. Obwohl Produktivität und Teamgeist durch gemeinsame Bewegung zunehmen, wird dieses Element vielerorts noch vernachlässigt. Angesichts der steigenden Zahl stressbedingter Erkrankungen und eines Anstiegs der Fehlzeiten ist ein Umdenken notwendig. Bislang fehlt es jedoch an verbindlichen Richtlinien und Vorgaben. Daher ist es dem adh besonders wichtig, als gutes Vorbild voranzugehen.

Die Autorin ist Vorstandsmitglied für Gesundheitsförderung und -management

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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