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Viren kennen keine Grenzen

Die Coronakrise zeigt einmal mehr: Wir sind keine Insel - es gibt viele Schwächere außerhalb unserer eigenen Gesellschaft.
Barbara Bitschnau, Entwicklungshelferin

Regensburg.Seit Wochen beschäftigt sich unser Verein Friends 4 Friends e. V. mit jenem Thema, das die ganze Welt zum Stillstand gebracht hat. Eine enge Kooperation mit den Programmteams vor Ort ist unerlässlich, um von Deutschland aus sinnvoll auf die Corona-Krise im Kisjenji Slum (Uganda) und im Township von Katutura (Namibia) zu reagieren.

Ausgangssperre bedeutet in diesem Kontext, dass Menschen ohne geregeltes Einkommen nun gar nichts mehr verdienen. Tagelöhner, Autowäscher oder Verkäufer auf dem Markt können ihren Arbeitsplatz nicht nach Hause verlegen. Keine Arbeit bedeutet kein Geld. Wir sprechen von Menschen, die über kein Bankkonto verfügen; die von heute auf morgen leben: Ist Geld da, dann wird eingekauft, ist keines da, wird gehungert. Lebensmittel können schlichtweg nicht gehortet werden, wenn jeder Tag rein finanziell gesehen eine neue Herausforderung ist. Die Dinge des täglichen Bedarfs werden aus Kostengründen meistens auf den lokalen Märkten erstanden. Aktuell sind diese geschlossen, was die Lage von in Armut lebenden Menschen zusehends verschärft. Abgesehen vom finanziellen Aspekt gibt es in den meisten Haushalten in Slums weder (regelmäßigen) Strom noch fließendes Wasser. Eine Bevorratung von Lebensmitteln ist schon aus diesem Grunde nur sehr eingeschränkt möglich. Die unzureichende Krankenversorgung bereitet zusätzliches Kopfzerbrechen. Die Gesundheitssysteme sind auf eine solche Krise nicht ausgelegt, die Überlebenschancen wachsen oft mit dem Kontostand.

Um sinnvoll helfen zu können, sind Know-how über den lokalen Kontext und Netzwerke notwendig. Dank der Kooperation mit unserem Partnerverein Aktion Straßenkinder e. V. war es uns möglich, für die bedürftigsten Familien aus den Programmen Hilfspakete vor Ort zusammenzustellen: haltbare Nahrungsmittel, sauberes Wasser, Seife, Desinfektionsmittel. Der Gesundheitsfonds wurde ebenfalls aufgestockt.

Langfristige Kollaborationen sind das A&O, denn die Nachwehen der Krise werden spürbar sein. Hier lautet die Devise: Gemeinsam über den eigenen Tellerrand schauen und adäquate Maßnahmen entwickeln.

Die Autorin ist 2. Vorsitzende des Vereins Friends 4 Friends e. V.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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