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2014 – Ein Gedenkjahr der Superlative

2014 erinnert an die deutsche Geschichte im Schnelldurchlauf: Zahlreiche Gedenktage besinnen sich auf bedeutende Geschehnisse im 20. Jahrhundert.

2014 jährt sich der Erste Weltkrieg zum 100. Mal. Foto: dpa

Bonn.2014 wird ein Gedenkjahr der Superlative. Vor 100 Jahren begann der Erste, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg, und die Mauer fiel vor 25 Jahren – Wer will, kann einen Crashkurs der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts absolvieren.

Da dürften es andere Gedenktage schwer haben: etwa der 150. Jahrestag der Schlacht bei den Düppeler Schanzen, mit der Preußen und Österreich am 18. April 1864 den Krieg gegen Dänemark um Schleswig-Holstein für sich entschieden – ein Meilenstein zur Gründung des Deutschen Reichs. Oder der 1 200 Todestag Karls des Großen (747 bis 814), der am 28. Januar begangen wird. Oder auch die Abdankung Napoleons am 6. April 1814, die vor 200 Jahren den Weg zum Wiener Kongress und zur Neuordnung Europas frei machte.

Ganz am Rande sei erwähnt, dass am 20. April auch der 125. Geburtstag von Adolf Hitler ansteht. Zugleich jähren sich das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 zum 70. und das missglückte Attentat von Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller vom 8. November 1939 zum 75. Mal.

Auch international gibt es bedeutende Gedenktage: etwa den 225. Jahrestag des Beginns der Französischen Revolution am 14. Juli 1789. Oder den Völkermord in Ruanda vor 20 Jahren, bei dem zwischen dem 6. April und Mitte Juli 1994 mehr als 800 000 Menschen ermordet wurden.

Erinnerungen an Künstler und Politiker

2014 wird auch an berühmte Politiker erinnern: Am 29. Dezember 1989, vor 25 Jahren, wurde Vaclav Havel zum Staatspräsidenten der Tschechoslowakei gewählt. Ebenfalls vor 25 Jahren, am 3. Juni 1989, starb Ayatollah Ruhollah Khomeini in Teheran. Auch ein Blick in Kunst, Literatur und Musik verspricht interessante Jubiläen: Michelangelo, Bildhauer, Maler und Baumeister, starb am 18. Februar 1564. 450 Jahre später soll die von ihm ausgemalte Sixtinische Kapelle in neues, glänzendes Licht getaucht werden.

Am 7. April jährt sich der Todestag El Grecos, eines der berühmtesten Maler Spaniens, zum 400. Mal. Auch an den wohl bekanntesten Maler Spaniens im 20. Jahrhundert wird erinnert: Vor 25 Jahren, am 23. Januar 1989, starb Salvador Dali. In Deutschland wurde vor 125 Jahren, im Sommer 1889, die Künstlerkolonie Worpswede gegründet. Geplant ist ein Ausstellungsreigen, der im Februar mit einer Präsentation der gesammelten Schätze beginnt.

In der Musik ist der 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach am 8. März der Anlass, einen bedeutenden Komponisten aus seinem Schattendasein zu befreien. Neben dem Sohn von Johann Sebastian Bach wird die Musikwelt auch an den 250. Todestag des Komponisten Wilhelm Hieronymus Pachelbel am 6. Juni und den 150. Geburtstag des Komponisten und Dirigenten Richard Strauss am 11. Juni erinnern.

Nicht nur England begeht am 1. April Shakespeares 450. Geburtstag. Das wird in seinem Geburtsort Stratford-upon-Avon, aber auch darüber hinaus gefeiert. In Deutschland steht am 4. Februar der 100. Geburtstag von Alfred Andersch (Vater eines Mörders) auf dem Kalender. Der Diogenes-Verlag publiziert dazu seinen Briefwechsel mit dem Schriftsteller Max Frisch. Am 31. März jährt sich der Todestag des Lyrikers Christian Morgenstern zum 100. Mal.

Bedeutende Daten der Kirche

Zahlreiche Gedenktage gibt es auch in der Philosophie: So starb am 29. Januar vor 200 Jahren Johann Gottlieb Fichte, einem bedeutenden Vertreter des deutschen Idealismus. Am 26. Mai steht der 125. Geburtstag von Martin Heidegger an, am 14. Juni der 150. Geburtstag des Soziologen Max Weber und am 23. September der 75. Todestag des Mediziners und Psychiaters Sigmund Freud.

Die katholische Kirche blickt 2014 auf den 600. Jahrestag des Konzils von Konstanz zurück, das am 5. November 1414 eröffnet wurde. Ein Jahrhundert zuvor wurde der letzte Großmeister des Templerordens in Paris verbrannt. Und vor 750 Jahren, am 11. August 1264, führte Papst Urban IV. das Fronleichnamsfest ein. Doch der Blick reicht nicht nur bis ins Mittelalter zurück: Vor 75 Jahren, am 2. März 1939, begann das Pontifikat von Papst Pius XII. Und im November 1964 verabschiedete das Zweite Vatikanische Konzil das Ökumene-Dekret, das eine Neuausrichtung der katholischen Kirche gegenüber den anderen christlichen Konfessionen in die Wege leitete. (dpa)

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