Tödliche Messerattacke
14-Jähriger ersticht Siebenjährigen in Bezirkskrankenhaus

02.11.2023 | Stand 02.11.2023, 9:36 Uhr

Siebenjähriger nach Messerangriff in Regensburg gestorben - Einsatzkräfte der Polizei stehen vor der Kinder- und Jugendpsychiatrie. - Foto: André Baumgarten/Mediengruppe Bayern /dpa

Schock in Regensburg: Ein 14 Jahre alter Patient einer Kinder- und Jugendpsychiatrie soll in der Klinik einen sieben Jahre alten Jungen erstochen haben. Der mutmaßliche Täter war der Polizei schon länger bekannt. Zahlreiche Fragen in dem Fall sind noch offen.

Nach einer tödlichen Messerattacke in einem psychiatrischen Krankenhaus in Regensburg dauern die Ermittlungen an. Tatverdächtiger ist nach Polizeiangaben ein 14 Jahre alter Patient, der am Donnerstag einen Siebenjährigen und einen 63 Jahre alten Mann verletzt haben soll. Das Kind erlag am Freitag seinen Verletzungen.

Die Strafverfolgungsbehörden schließen einen extremistischen Hintergrund nicht völlig aus. Die weiteren Ermittlungen hat die Zentralstelle für die Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München übernommen.

Nach der Tat in dem Regensburger Bezirkskrankenhaus befand sich der Siebenjährige der Polizei zufolge zunächst in einem äußerst kritischen Zustand. Der 63-Jährige wurde schwer verletzt.

Der mutmaßliche Angreifer wurde auf Grundlage eines richterlichen Unterbringungsbefehls in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Behörden halten es für möglich, dass der Jugendliche schuldunfähig ist.

Unklar ist, wie er in der Einrichtung an das Messer gelangen konnte. Angaben zu möglichen Motiven für die Tat sowie zur Herkunft und zum Werdegang des Jugendlichen machte die Polizei nicht.

Bekannt ist lediglich, dass der 14-Jährige schon zu Jahresbeginn auffällig geworden ist. Er soll sich unter anderem in einschlägigen Chatgruppen „intensiv mit der Planung und Durchführung von schwersten Gewalttaten beschäftigt“ haben. Zu diesem Zeitpunkt sei er aber noch nicht strafmündig gewesen, hieß es. Sein Mobiltelefon sowie weitere schriftliche Unterlagen seien beschlagnahmt worden.

Die Zeitungen der Mediengruppe Bayern berichteten am Freitag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Regensburg, der Jugendliche habe eine Gewalttat an einer Schule in der Oberpfalz geplant gehabt. Eine Bestätigung dafür gab es seitens der Behörden nicht.

Ebenfalls unklar ist, in welcher Beziehung der 14-Jährige zu seinen beiden Opfern stand und ob sie Zufallsopfer waren.

Den Angriff gestoppt hatte ein Mitarbeiter der Klinik. Er wurde dabei an der Hand verletzt, konnte den Angaben zufolge das Krankenhaus aber inzwischen wieder verlassen.

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