Fußball
Bayern-Leihgabe Stanisic: „Schlechte Stimmung hilft nichts“

07.12.2023 | Stand 08.12.2023, 22:04 Uhr

Josip Stanisic - Abschlusstraining Bayer Leverkusen. - Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Er ist von Bayern München zu Bayer Leverkusen gewechselt, um mehr zu spielen. Nun ist Josip Stanisic in Leverkusen Reservist und die Bayern trauern ihm hinterher.

Er könnte erstmals im Pokalfinale stehen und plötzlich bereitet er sogar Tore vor - in mancherlei Hinsicht geht es doch voran bei Josip Stanisic. „Das bin ich von mir auch so nicht gewohnt“, sagte der Kroate nach dem 3:1-Sieg mit Bayer Leverkusen im Pokal-Achtelfinale gegen den SC Paderborn zu seiner dritten Vorlage innerhalb einer Woche: „Aber man entwickelt sich ja immer weiter.“ Vor den beiden Vorlagen beim 2:0 in der Europa League in Häcken am vergangenen Donnerstag hatte er über zwei Jahre kein Tor vorbereitet.

Doch ansonsten ist der erhoffte Schritt für den 23-Jährigen seit dem Leih-Wechsel vom Serienmeister FC Bayern München ausgeblieben. Ein einziges Mal durfte er in der Bundesliga von Anfang ran, sonst nur in der Europa League oder im Pokal, wenn Trainer Xabi Alonso rotiert.

„Es könnte besser laufen für mich persönlich“, sagte er. Die 21 Pflichtspiele ohne Niederlage seines Teams seien für ihn „trotzdem das Wichtigste. Aber es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, es ist alles perfekt. Aber es hilft nichts, schlechte Stimmung in die Mannschaft zu bringen. Natürlich gibt es Tage, wo ich besser drauf bin und andere, wo es schlechter ist. Aber das liegt an meinem Naturell, immer spielen zu wollen“.

Genau deshalb ging er nach Leverkusen. Doch kurioserweise hätte er in München inzwischen wohl mehr Einsätze, weil Benjamin Pavard den Rekordmeister nach dem Stanisic-Wechsel noch verließ und Trainer Thomas Tuchel seitdem über eine Unterbesetzung in der Defensive klagt. „Es ist wie es ist“, sagte Stanisic zu seiner Reservistenrolle bei Bayer: „Ich bin später dazu gekommen, dann war ich krank, und Odi macht es überragend.“

Odi, das ist Odilon Kossounou, und nach der Winterpause wird er wie Abwehr-Kollege Edmond Tapsoba bis zu einem Monat beim Afrika-Cup sein. Dann wird Stanisic gesetzt und gefordert sein. Und das Kuriose: Im Gegensatz zu den Bayern, mit denen er nie im Finale stand, ist er mit Leverkusen noch im Pokal. Und führt die Bundesliga-Tabelle vor seinem Stammverein an.

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