Gesundheit
Länder fordern Soforthilfen für Krankenhäuser

26.09.2023 | Stand 28.09.2023, 6:31 Uhr |

Krankenhaus - Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Bayern und Schleswig-Holstein verlangen Soforthilfen für Kliniken noch vor der geplanten Krankenhausreform. Dafür machten sich die Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und Kerstin von der Decken (CDU) am Dienstag stark. «Der Arbeitsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums gleicht einem Lückentext», erklärte Holetschek anlässlich eines Treffens mit von der Decken in München. Bundesminister Karl Lauterbach (SPD) müsse die Lücken rasch füllen, besonders bei der kurzfristigen Finanzierung der Krankenhäuser.

«Viele Häuser brauchen Soforthilfen noch bevor die Krankenhausreform überhaupt Wirkung entfalten kann, um die inflationsbedingt gestiegenen Betriebskosten zu begleichen und arbeitsfähig zu bleiben», erläuterte Holetschek. «Ein kalter Strukturwandel würde unserer Krankenhauslandschaft Entwicklungschancen nehmen - gerade auf dem Land.»

Der Bundesgesundheitsminister bringe bei dem dringenden Reformprojekt die Prioritäten durcheinander, meinte die Kieler Ministerin von der Decken. «Erst muss eine Zwischenfinanzierung für die Krankenhäuser kommen, damit wir nicht diejenigen Häuser verlieren, die wir für die Sicherstellung der stationären Versorgung brauchen, dann die Reform und erst dann ein Transparenzgesetz.» Ein unkontrolliertes Krankenhaussterben, wie es bereits im Gange sei, könne im Sinne einer bedarfsgerechten und flächendeckenden Versorgung nicht weiter akzeptiert werden.

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