Corona-Spätfolgen
Post-Covid-Landesverband sieht sich als Sprachrohr für die Betroffenen in Bayern

21.09.2023 | Stand 21.09.2023, 18:23 Uhr
Martina Groh-Schad

Signal der Hoffnung für Betroffene: Bei der Gründung des Landesverbandes „Post-Covid 19“ waren mit (v. r.) der CSU-Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer auch die neuen Vorstände Birgit Birner, Karl Baumann und Claudia Oberneder sowie Professor Thomas Loew und Dr. Maximilian Malfertheiner von der Klinik Donaustauf am Start. Foto: Martina Groh-Schad

Signal der Hoffnung: Post-Covid-Patienten haben jetzt bei einem Treffen in der Klinik Donaustauf einen Landesverband gegründet, der Sprachrohr für Betroffene sein soll. Professor Thomas Loew macht Betroffenen Mut.

Reizhusten, Kurzatmigkeit und Erschöpfung sind häufige Symptome von Post-Covid. „Betroffene haben die gleichen Probleme“, betonte Birgit Birner aus Hirschau, selbst Post-Covid-Patientin und Initiatorin des neuen Landesverbandes „Post Covid 19“, der sich am Donnerstag in der Klinik Donaustauf gegründet hat. Zusammen mit zwei weiteren Betroffenen, Claudia Oberneder aus Landshut und Karl Baumann aus Wenzenbach, bildet sie den Vorstand der Organisation, die sich als Sprachrohr versteht.

Im Kern geht es der ehrenamtlichen Verbandsspitze auch darum, Wissen zu bündeln und Kontakte zu knüpfen. Der Post-Covid-Verband will die Weitergabe von Informationen unterstützen und stärker auf Online-Vorträge von Netzwerkpartnern aufmerksam machen. Zudem beteiligt er sich an der bundesweiten Vernetzungsstelle für Post-Covid-Betroffene und steht bei der Bildung weiterer Selbsthilfegruppen zur Seite. „Es gründen sich gerade bayernweit sehr viele Selbsthilfe-Gruppen“, sagte Birner.

Der Landesverband geht nach ihren Worten aus vier ostbayerischen Selbsthilfe-Gruppen hervor, die schon länger ein Netzwerk gebildet hatten. Die Digitalisierung und die Möglichkeit, sich online auszutauschen, sei ein großer Vorteil gewesen.

Unterstützt wurde die Gründung des Landesverbandes durch die CSU-Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer sowie Dr. Maximilian Malfertheiner und Professor Thomas Loew von der Klinik Donaustauf. Die Patienten hätten einen großen Beratungsbedarf über medizinische Fragen hinaus, erklärte Malfertheiner. Loew betonte, dass Post-Covid behandelbar sei. „Man muss Geduld haben.“

Nach Angaben des Landesverbandes leiden deutschlandweit etwa 300 000 Menschen an Post-Covid. „Es ist wichtig, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen“, sagte Stierstorfer. Sie machte auf das Netzwerk Post-Covid-Kids Bavaria der Hedwigsklinik in Regensburg aufmerksam, das zur Therapie von Kindern eingerichtet wurde.