Gutes Niveau
Ranking vergleicht alle Landkreise in Deutschland: So schneidet die Oberpfalz ab

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 5:00 Uhr

Die Stadt Regensburg schneidet im Ranking zwar gut ab, andere Oberpfälzer Kreise können aber noch mehr überzeugen. Foto: altrofoto.de

Lebensqualität und Wirtschaftskraft: Zwei Landkreise aus der Oberpfalz liegen im IW-Regionalranking bundesweit unter den Top-20. Die Studie warnt aber auch: Regionen sollten sich nicht auf den vergangenen Erfolgen ausruhen.

Im Zusammenspiel von Lebensqualität, Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt bröckelt die Dominanz des Großraums München – zumindest den Ergebnissen des Regionalrankings des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge. Die Auswertung zeigt auch, wie die Oberpfalz abschneidet: Während die Region aktuell gut da steht, war die Entwicklung zumindest für Teile des Bezirks in den vergangenen Jahren eher unterdurchschnittlich.

München auf Platz 1, Tirschenreuth oberpfalzweit vorne



Die IW-Forscher bewerteten die Situation in 400 Landkreisen und kreisfreien Städten auf Grundlage von 14 Indikatoren aus den Themenbereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Der Landkreis München bleibt demnach zwar Spitzenreiter. Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz liegt inzwischen aber nur noch knapp dahinter. Auf Platz drei landet Coburg in Oberfranken.

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Als bestbewerteter Oberpfälzer Landkreis steht Tirschenreuth auf Platz 15, dicht gefolgt von Neumarkt auf Rang 17 und der Stadt Regensburg auf Position 22. Der Landkreis Regensburg schafft es auf Platz 74 vor Schwandorf (81) und Cham (102). Die Stadt Amberg steht auf Rang 110, der Kreis Amberg-Sulzbach auf 138. Direkt dahinter folgen Neustadt an der Waldnaab (139) und Weiden (143). Alle Landkreise und kreisfreien Städte in der Oberpfalz liegen damit in der oberen Hälfte der Tabelle. Den Kreis Kelheim sehen die Forscher im Übrigen auf Platz 51.

Regensburg, Amberg, Weiden und Kelheim sind „Outperformer



Die Wissenschaftler haben sich auch angeschaut, wie sich die Regionen in den vergangenen beiden Jahren entwickelt haben, und stellen das in einem sogenannten Dynamik-Ranking dar. An der Spitze steht hier die Stadt Mainz, gefolgt vom Kreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz und dem Landkreis Dingolfing-Landau. Auf Platz 14 schafft es die Stadt Regensburg. Amberg und Weiden liegen auf den Positionen 56 und 73. Die Studienautoren stufen die drei Oberpfälzer kreisfreien Städte – wie auch den Kreis Kelheim auf Platz 180 – als „Outperformer“ ein. Dabei handelt es sich um Regionen, die aktuell positiv abschneiden und auch im Dynamik-Ranking eine gute Figur machen. Insgesamt 94 der 400 Kreise und kreisfreien Städte gehören dazu.

Als weitere Kategorie nennen die Forscher „Aufsteiger“. Die bundesweit 91 Kreise und Städte zeichnen sich durch ein niedriges Niveau, aber eine hohe Dynamik aus. In Bayern fallen nur die Stadt und der Kreis Hof in Oberfranken darunter.

IW-Regionalstudie: Oberpfälzer Landkreise gelten als „Absteiger“



Die Oberpfälzer Landkreise werden in der Studie unter der Rubrik „Absteiger“ (bundesweit 101 Regionen) gelistet – starkes Niveau, schwache Entwicklung. Cham liegt im Dynamik-Ranking auf Rang 247 vor den Kreisen Neumarkt (286), Regensburg (296) und Amberg-Sulzbach (302). Dahinter folgen Schwandorf (316) und Neustadt an der Waldnaab (364). Der Landkreis Tirschenreuth – im Niveau-Ranking oberpfalzweit an der Spitze – landet sogar nur auf Position 390.

Bei den „Absteigern“ bestehe „die Gefahr, sich aufgrund eines hohen Entwicklungsniveaus auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen“, warnen die Studienautoren. Die schwache Dynamik sei typisch für weite Teile Bayerns, aber auch Baden-Württembergs. „Die Folgen der Corona-Pandemie scheinen im Süden noch nicht überwunden zu sein“, heißt es in der Studie.

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Als vierte Kategorie nennen die Wissenschaftler übrigens die sogenannten „Underperformer“ – 114 Regionen in Deutschland, die bei Niveau und Dynamik schwach abschneiden. Oft seien in den Städten und Landkreisen die Steuern zu hoch, es fehlten qualifizierte Fachkräfte, und die Bedingungen für Unternehmen seien nicht attraktiv, um sich dort anzusiedeln. Hier sei die Regionalpolitik gefragt.

ln/afp