Ausstellungen
„Summer of love“ - Landesgartenschau in Kirchheim gestartet

15.05.2024 | Stand 16.05.2024, 19:20 Uhr

Pressekonferenz Bayerischen Landesgartenschau 2024 - Das Gelände der Bayerischen Landesgartenschau 2024. - Foto: Peter Kneffel/dpa

In Kirchheim bei München hat die Landesgartenschau begonnen. Die Verantwortlichen hoffen auf einen „Summer of love“, Söder darauf, dass niemand dort ihm unliebsame Pflanzen anbaut.

In Kirchheim bei München hat am Mittwoch die bayerische Landesgartenschau begonnen. „Es ist ein echter Mehrwert, der dauerhaft für Euch geschaffen wird“, sagte Schirmherr Markus Söder (CSU) in seiner Eröffnungsrede. Er sprach von einem „bleibenden Wert“ und betonte die Besonderheit der Kirchheimer Schau, die den Ort mit der Nachbargemeinde Heimstetten verbindet.

Von einem „Summer of love“ hatte zuvor der Kirchheimer Altbürgermeister Maximilian Böltl (CSU) gesprochen, der das Projekt in seiner Amtszeit initiiert hatte.

21 Millionen Euro hat die Landesgartenschau nach Angaben von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) gekostet. Ob diese Summe gerechtfertigt sei, werde sich nach der Eröffnung nun „niemand mehr fragen“, betonte er.

„Es könnte eine Mustergartenschau sein für viele andere“, sagte Ministerpräsident Söder - auch wenn der Freistaat andernorts wohl tiefer in die Tasche greifen müsse als bei der reichen Gemeinde im Münchner Speckgürtel. „Wir müssen die Förderung erhöhen. Kirchheim hat das locker bezahlt aus der Hosentasche.“

Die Schau, die bis zum 6. Oktober laufen soll, steht unter dem Motto „Zusammen.Wachsen“. Das neu gestaltete Gartenschau-Gelände integriert wichtige Einrichtungen des Ortes wie das Rathaus, die beiden Schulen sowie das Jugend- und das Seniorenzentrum.

Neben heimischen Arten wurden auch rund 800 Bäume neu gepflanzt, die teils dem Klimawandel besser widerstehen sollen. Gut 90 Ausstellungsbeiträge befassen sich auf dem 14 Hektar großen Gelände mit aktuellen Zukunftsthemen von Klimawandel und Artenschutz bis zur nachhaltigen Ortsentwicklung.

Teils wurden bestehende landschaftliche Gegebenheiten belassen und mit dem neuen Konzept verknüpft: Die Strauchwildnis im Norden war ebenso schon da wie das zentral gelegene Wäldchen. Dazu kommen unter anderem der See, eine bunte Wiese und Bürgergärten, die schon jetzt Anwohner aus der unmittelbaren Umgebung selbst bewirtschaften.

In rund 20 Mustergärten geben Garten- und Landschaftsbaubetriebe Gartenfreunden Anregungen für die eigene Gestaltung. Für den Nachwuchs steht ein rund 3000 Quadratmeter großer Spielplatz bereit - unter dem Motto „Keltenwelten“, das Bezüge zur Siedlungsgeschichte aus der Keltenzeit herstellt. Der neu angelegte, mit Schilf bewachsene See bleibt wie der Park nach dem Ende der Schau bestehen. Anders als der See nach der Bundesgartenschau 2005 in München ist es aber kein Badesee.

Es gibt fünf sogenannten Sphären: Wasser, Wildnis, Wald, Wiese - und Garten. Bei letzterem kommen die Kirchen ins Spiel, die sich mit einem „Holy Garden“ in das Konzept eingebracht haben. Der Garten Eden, das Paradies seien schließlich sehr biblische Themen. „In einer Zeit, in der so viel Polarisierung gegeneinander da ist, brauchen wir Orte des Zusammenwachsens“, sagte der katholische Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, der gemeinsam mit dem evangelischen Landesbischof Christian Kopp einen Segen sprach.

Söder, der auch daran erinnerte, dass er gerne Bäume umarme, sagte über die Gartenschau insgesamt: „In schlimmen Momenten können Blumen uns wirklich helfen.“ Er schwärmte von Beeten mit Erdbeeren, Zuckererbsen und Tee und betonte, wohl mit Blick auf die kürzlich zu seinem Unwillen vollzogenen Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland: „Ich hoffe, dass keine anderen Pflanzen angebaut werden, ehrlicherweise. Das weiß man in diesen Tagen nie so genau.“

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