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Zwiesel.

„Dann packe ich wieder die Koffer...“

Lutz Pfannenstiel, Fußball-Weltenbummler aus dem Bayerwald, sprach mit MZ-Redakteurin Sigrid Gollek-Riedl über seine Zukunftspläne und das Antarktis-Projekt.

Fühlt sich im Getümmel vor seinem Kasten immer noch pudelwohl: Lutz Pfannenstiel (Mitte; hier im Juni 2008 in einem Freundschaftsspiel der kubanischen Nationalmannschaft, die er als Torwarttrainer unterstützte, beim niederbayerischen Bezirksoberligisten Ruhmannsfelden) Foto: Gollek-Riedl

Er ist zurück im Bayerwald und schon wieder auf dem Sprung. Der ehemalige Bad Kötztinger Keeper Lutz Pfannenstiel stand in seiner Karriere als einziger Profi-Fußballer bei Vereinen auf allen Kontinenten unter Vertrag. Seit Mai ist er nun Rekordhalter, hat im Süden Brasiliens beim Klub Atletico Hermann Aichinger sein Ziel erreicht: Welttorhüter. Bis vor wenigen Wochen hielt er in Norwegen beim Zweitligisten Floy IL. Die Reise des Zwieselers ist also immer noch nicht vorbei – längst hat er sich daneben neue Herausforderungen gesucht. Eine davon ist das Projekt „Global Goal”. Er will Zeichen gegen die globale Erderwärmung setzen – mit dem Fußball, wie könnte es anders sein. Mit der MZ sprach Pfannenstiel über seine Pläne, seine Zukunft und den ersten offiziellen Auftritt seines FC Global United beim DSF-Hallenmasters in Riesa am 3. Januar.

Lutz Pfannenstiel, wie kommt es, dass Sie nun schon eine ganze Zeit in Zwiesel sind?

Ich bin seit sechs Wochen zu Hause. Schon eine lange Zeit, stimmt. Mein Vertrag in Norwegen ist im November ausgelaufen. An Weihnachten wollte ich bei der Familie sein, außerdem habe ich intensiv an meinem Buch gearbeitet, und dann ist da ja auch noch das Turnier in Riesa. Dort ist am Samstag der erste offizielle Auftritt der Mannschaft FC Global United. Eine gute Plattform, mein Antarktis-Projekt näher vorzustellen. Beim Hallenmasters sind Spieler in der Mannschaft, die aus der Bundesliga bekannt sind, wie Fredi Bobic, Sergej Barbarez, Miroslav Stevic oder Marko Rehmer und Geert Brusselers. Wir spielen dort in der Gruppe B mit dem MSV Duisburg und Viktoria Pilsen.

Was steckt denn hinter diesem Antarktis-Projekt?

Mein Ziel ist, auf die Gefahren der globalen Erwärmung aufmerksam zu machen. Ursprünglich war geplant, ein Fußballspiel in der Antarktis auszutragen. Doch inzwischen hat sich das Projekt weiterentwickelt und eine gehörige Dimension angenommen. Der Klimawandel geht alle an, so kann es einfach nicht weitergehen. Und wie könnte man besser auf dieses globale Problem aufmerksam machen als mit einem globalen Spiel, das überall beliebt ist, mit Fußball eben. Nach dem Start in Riesa geht es weiter mit einem Spiel in Nordland. Im Dezember 2009 ist dann das Spiel in der Antarktis, danach sind Events im Amazonas-Gebiet geplant, in Nepal und in Tansania. Eben an besonderen Orten der Welt, an denen aber auch die Spuren der globalen Erwärmung deutliche Auswirkungen haben. Mittlerweile haben sich einige internationale Stars bereit erklärt, das Projekt zu unterstützen.

Und wer wird zum FC Global gehören?

Das ist unterschiedlich. Leute wie Aldair, Brian Laudrup, Carlos Valderrama, Cafu, Bebeto oder Ole Gunnar Solskjaer und Stig Töfting haben für diese Spiele Interesse bekundet. Ich glaube, dass das eine richtig gute Sache wird.

Heißt das, dass Lutz Pfannenstiel künftig nur noch in Sachen Umweltschutz aktiv ist? Dazu erscheint bald eine Autobiografie, etwa als Schlusspunkt hinter die aktive Fußballer-Laufbahn?

Zur Zeit verwende ich den Großteil meines Tages auf mein Projekt, aber nicht ausschließlich. Daneben arbeitete ich im November noch einmal sehr intensiv mit Christian Putsch an meinem Buch, sozusagen am Feinschliff. Er war in Zwiesel, und dort haben wir zehn Tage lang mindestens acht Stunden am Tag miteinander verbracht. Das heißt aber nicht, dass ich nicht mehr Fußball spielen werde.

Sie stehen also weiterhin im Tor?

Solange es geht. Mit 35 Jahren ist das ja nicht mehr allzu lange. Nein, es kommt darauf an. Noch habe ich keine Entscheidung gefällt, wie es im neuen Jahr weitergeht. Aber Norwegen, Namibia und Sudan sind in der engeren Wahl. In Norwegen könnte ich weiter spielen und daneben als Torwart-Trainer und Chef-Scout tätig sein, im Sudan würde ich als Torwart-Trainer arbeiten und in Namibia als Spieler und sportlicher Leiter.

Das tendiert ja alles in eine Zukunft neben dem Fußballplatz?

Natürlich. Langsam muss ich mich in die andere Richtung orientieren.

Das heißt aber auch, dass Sie auch weiter nicht sesshaft werden oder gar in den Bayerwald zurückzukommen?

Am 3. Januar ist das Riesaer Turnier, dann komme ich kurz heim, packe die Koffer und fahre nach Norwegen, Namibia oder in den Sudan.

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