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Ein Schlag ins Gesicht

Ein zweijähriges Mädchen wird von seiner psychisch kranken Mutter entführt, mithilfe des Vaters in die Türkei verschleppt und jetzt soll es ihm dort, bei wildfremden Menschen, deren Sprache es kaum versteht, „gut gehen“. Seit über sieben Wochen ist die Kleine weg von ihren Pflegeeltern, bei denen sie seit ihrer vierten Lebenswoche lebt, und die für sie Mama und Papa, Sicherheit und Geborgenheit sind. Die leiblichen Eltern befinden sich inzwischen wieder in Deutschland.

Wo bleibt die Wahrung des Kindswohls, um das sich die katholische Jugendfürsorge eigentlich zu kümmern hätte? Wie kann man auch nur eine Sekunde denken, dass irgendetwas an dieser Situation zum Wohle des Kindes sei? Wie kann man von den Rechten der leiblichen Eltern sprechen und damit die Traumatisierung eines Kleinkindes rechtfertigen? Ich bin entsetzt!

Selbst Mutter von drei Pflegekindern, auch betreut von der KJF, habe ich in den vielen Jahren auch die bittere Erfahrung machen müssen, dass bei einem bestimmten Mitarbeiter der KJF das Elternwohl einen höheren Stellenwert hat als das Kindswohl, das schwerst traumatisierte Kinder noch zu therapeutischen Zwecken für die Mutter hätten herhalten sollen, dass immer und immer wieder auf Umgangskontakte bestanden wurde, auch wenn sie für die Kinder hochgradig belastend waren. Ich dachte immer, das sei ein Problem des einzelnen Mitarbeiters. So wie der Direktor der KJF sich in diesem Fall jetzt äußert und sich verhält, bekomme ich den Eindruck, es ist System. Oder will er nur das Fehlverhalten eines Mitarbeiters decken? Nach sieben Wochen von „Vertrauen schaffen“ zu sprechen anstatt das Kind schleunigst aus dieser unerträglichen Situation zu befreien, was die KJF aufgrund des ihr übertragenen Aufenthaltsbestimmungsrechts unter Berufung auf das Haager Minderjährigenschutzabkommens (das in genau solchen Fällen die unverzügliche Auslieferung des Kindes nach Deutschland sicher stellt) tun könnte, ist Hohn und ein Schlag ins Gesicht aller Pflegekinder, die auf die Fürsorge der KJF angewiesen sind.

Susanne Andrä, Deuerling

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